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DIY Adirondack - Chair

Gemütlicher Gartenstuhl zum einfach selber bauen

Der Adirondack Chair oder auch das „Lieblingsmöbelstück der Amerikaner“, vereint durch seine einzigartige Bauweise, die Vorzüge einer Liege und eines Stuhls. Dadurch ist er als der bequemste Gartenstuhl der Welt bekannt und das obwohl dieser Stuhl auch von ungeübten Heimwerkern, mit wenig Materialien, ganz leicht nachgebaut werden kann. Wie das geht, zeigen wir dir hier:

Kleiner geschichtlicher Hintergrund:

> 1903 hatte der Heimwerker Thomas Lee eine genaue Vorstellung von seinem perfekten Gartenstuhl, für sich und seine ganze Familie. Er ließ sich von seiner Idee leiten und baute einen der heute bekanntesten Gartenstühle: Den Adirondack-Stuhl. Seinen Namen erhielt das Möbelstück dabei von den Adirondack Mountains, welche sich in der Nähe des Geburtsortes des Erfinders befinden. Obwohl es von diesem Stuhl inzwischen mehrere Modelle gibt, hat sich eines aber nicht geändert, seine charakteristische Form, sowie seine einfache und bequeme Bauweise. <

"Ich habe mich einmal reingesetzt und wollte nie wieder aufstehen."
Klaus Schäfer
Material Maße Stärke Werkzeug
2 x Wangen 950 x 130 20 Stahllineal
2 x Beine Vorne 510 x 130 20 Gliedermaßstab (Zollstock)
2 x Beine Hinten 650 x 130 20 Stichsäge/Bandsäge
1 x Querstrebe vorne 510 x 90 15 Kreissäge
1 x Querstrebe hinten 470 x 90 15 Oberfräse
1 x Rückenlehne unten 510 x 90 15 Akkuschrauber/Bohrmaschine
1 x Rückenlehne oben 560 x 115 15 Bohrer (3,5 mm)
7 x Leisten Rückenlehne 810 x 72/35 15 Zwingen
12 x Sitzleisten 510 x 38 15 Bandschleifer/Exzenterschleifer
2 x Armlehne 900 x 130 20 Bleistift
2 x Stützen 150 x 90 15  
Palettenholz (Schalbretter/Douglasie) 15-20mm    
40er Schrauben 40er ca.70Stk      

Schritt 1: Der Zuschnitt

Da ich bereits genug Palettenholz und Bretter in der Garage und der Werkstatt hatte, habe ich mir erst einmal ein paar dicke Bretter für das Grundgerüst herausgesucht. Zunächst musst du die Bretter mit der Stich- oder Kreissäge auf Länge zuschneiden. Danach zeichnest du die Form der Sitzfläche auf die Bretter (Wangen). Da die Beine beim Sitzen nicht einschlafen sollen, wird eine Seite schön abgerundet und für die Sitzfläche dann auf knapp 40cm ein kleiner Kreisbogen geschlagen. Weil die Sitzfläche und die Wangen ca. 18° schräg nach oben stehen wird die gegenüberliege Kante (zur Rundung) etwas abgeschrägt.

Als nächstes zeichnest du die Armlehne auf die vorgesehenen Bretter. Achte hierbei darauf einen kleinen Kreisbogen an der Innenseite, also zur Sitzfläche hin, anzuzeichnen. (Seite 2 Bauzeichnung) Die äußere Form kannst du dann beliebig wählen. Bei den Stützen (Seite 3 Bauanleitung) kannst du eine Diagonale ziehen oder du nimmst einfach eine leicht geschwungene Form (je nach Lust und Laune). Als nächstes zeichnest du die Leisten für die Rückenlehne an. Meine Leisten haben zum Beispiel eine Länge von 840mm und am oberen Ende eine Breite von 72 mm und am Unteren 35mm.  Nachdem du nun alle Teile angezeichnet hast, kannst du dir eine Stichsäge oder Bandsäge zur Hilfe nehmen und alle Bestandteile aussägen.

Da ich diese Sessel öfter bauen möchte, habe ich mir aus einer alten Rückwand (von einem Schrank) die Vorlagen (von oben) als Schablone gefertigt. Diese kann ich dann öfter verwenden. Einfach mit dem Bleistift drum herum zeichnen und fertig!

 

Schritt 2: Schleifen

Nachdem du nun alles ausgesägt hast nimmst du dir einen Bandschleifer oder Exzenterschleifer und schleifst alles schön glatt. 

Danach kannst du die Sitzleisten aussägen und anschließend auch dort die Kanten abrunden und abschleifen. Dann nimmst du dir eine Oberfräse um damit alle Kanten zu bearbeiten und schön abzurunden. Du kannst auch hier gerne einen Fräser für größere Rundungen nehmen. Jetzt musst du mit einem Schleifklotz (mit feinem Schleifpapier) noch alles nacharbeiten und anschließend alles zusammenbauen. 

Schritt 3: Behandlung des Holzes

Bei diesem Schritt geht es um den Schutz des Holzes vor äußeren Einflüssen. Hierbei kannst du den Stuhl entweder zuerst zusammenbauen und dann anstreichen, was den Vorteil bringt, dass die Löcher der Schrauben auch mit behandelt werden, oder du streichst alles ein und baust später alles zusammen. Ich habe mich für die zweite Option entschieden, da ich so sicher sein kann, dass alle Teile optimal geschützt sind. Bei dem Öl habe ich mich für eines entschieden, dass auch für Balkone und Terrassen genutzt werden kann. Eine Lasur geht auch, nur wollte ich hier eine matte Oberfläche haben. Für eine dunkle Färbung kannst du Teak-Öl nehmen.

Nachdem du das Holz angestrichen hast, musst du dieses zum Trocknen für einige Zeit zur Seite legen. Hierfür habe ich ein paar Holzleisten untergelegt, damit die Stücke von beiden Seiten optimal trocknen können.

Schritt 4: Der Zusammenbau

Die Sitzfläche

Als erstes nimmst du die beiden Wangen und die untere Rückenlehne und verschraubst diese. Hier am Anfang nur je Seite eine Schraube einschrauben, damit die Wangen anschließend noch ausgerichtet werden können.

Dann nimmst du dir die erste Sitzleiste und verschraubst diese unten an. Somit sollten die beiden Wangen parallel zueinanderstehen.

Damit die Abstände zwischen den Sitzleisten gleichbleiben, kannst du dir entweder einen 10er Bohrer oder eine dünne Leiste nehmen. Ich habe mich für ein 12mm starke Holzleiste entschieden und zwischen die Sitzleisten gelegt. Das geht jetzt mit jeder Sitzleiste so weiter und zwar so lange, bis alle Sitzleisten aufgebraucht sind, oder die unterste Rückenlehne erreicht wurde. Somit stehen die beiden Wangen nun parallel zueinander. 

Die Beine

Für diesen Schritt, habe ich mir ein paar Tonziegel genommen und diese unter die vordere Leiste gelegt. Wenn das geschafft ist, nimmst du dir zwei Klemmen und fixierst die vorderen Beine an den jeweiligen Wangen, so dass sie im gleichen Abstand zu den vorderen Kanten stehen (ca. 13cm). Anschließend verschraubst du die Beine mit je 4 Schrauben mit den jeweiligen Wangen. Die hinteren Beine werden dann in einem Abstand von 44 cm zu den vorderen Beinen montiert.

Anschließend schraubst du die obere Rückenlehne auf die hinteren Beine. Wenn du die Rückenlehne etwas steiler haben möchtest, nimmt du den oberen Punkt und wenn die Rückenlehne etwas flacher sein soll, nimmt du den unteren Punkt zum verschrauben. Ich habe mich hierbei für einen flacheren Winkel entschieden. 

Die Rückenlehne

Damit das anschrauben einfacher geht, empfehle ich dir ein kleines Brett mit zwei Klemmzwingen an dem Unterteil des Sitzes zu befestigen. Danach kannst du dann die einzelnen Leisten der Rückenlehne ganz einfach arrangieren und ausrichten. Nachdem du diese dann gleichmäßig ausgerichtet hast, kannst du diese Leisten an der unteren und oberen Rückenlehne in der Rundung befestigen. Falls dir beim Montieren der Armauflage später der Platz ausgeht, musst du die Rückenlehne zwangsweise wieder abmachen und neu montieren.

 

Die Armlehne

Die Armlehne fixierst du nun an dem vorderen Bein mit zwei Schrauben. Bitte darauf achten, dass die Aussparung hinten gut anliegt. Anschließend befestigst du diesem auch am hinteren Bein. Danach die Stütze mit den passenden Bohrungen von oben an dem vorderen Bein anlegen, anzeichnen und die Löcher am Bein vorbohren. Dann kannst du dann die vorgebohrten Löcher mit Schrauben anschrauben.

Änderungen:

Wie oben angegeben kann man den Sessel auch höher oder breiter machen, ohne zusätzliche Bauelemente! Um den Sessel etwas höher zu machen müssen nur die Beine verlängert werden, somit wird die Sitzfläche höher kommen. 

Beispiel: 10cm höher 

Teile Maße
2 x Beine Vorne 520 mm
2 x Beine Hinten 660 mm

Um die Sitzfläche etwas Breiter zu bekommen, müssen diese Bauelemente geändert werden 

Beispiel hier: 5 cm breiter 

Teile Maße
1 x Querstrebe vorn 560 mm
1 x Querstrebe hinten 520 mm
1 x Rückenlehne unten 560 mm
1 x Rückenlehne oben 610 mm
12 x Sitzleisten 560 mm
   
Meine Mutter (BJ 50) und mein Vater (BJ 45) haben fast 3 Stunden daringesessen und das ohne Kissen.

Ich wünsche viel Spaß beim Nachbauen und anschließendem gemütliches Beisammensitzen. 

 

Gruß Klaus Schaefer 

AutorKlaus Schäfer
Lesezeit15 Minuten

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