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DIY: Hochbett selber bauen Teil 1

In dieser dreiteiligen Artikelserie widmen wir uns dem Bau eines Hochbettes. Meine Tochter wünscht sich schon seit langer Zeit eine einzigartige Schlafstätte und nach vielen Diskussionen haben wir uns für die oben abgebildete Variante entschieden, die zwischen zwei Wände eingebaut wird. Das Projekt an sich ist natürlich sehr individuell, du wirst im Laufe des Textes jedoch zahlreiche nützliche Tipps finden, die universell für Heimwerker anwendbar sind.

Die Bauteile des Bettes in Detail

A Plan of a Bunk Bed
A Plan of Steps for a Bunk Bed

Die Stufen bestehen aus Kästen, die dem Innenmaß der Stoff-Boxen von IKEA entsprechen.

Die Liegefläche hat eine Größe von 140 x 200 cm. Damit meine Tochter nicht im Schlaf aus dem Bett fallen kann, habe ich nach hinten eine erhöhte Ablage und vorne eine “Hauswand” mit Fenstern geplant.

Das Bett ist sehr hoch (224 cm vom Boden bis zur Unterkante). Das liegt daran, dass wir es vor dem Fenster aufbauen und dieses sich auch zukünftig öffnen lassen soll. Da wir hohe Decken haben (340 cm) bleibt aber noch genügend Raum nach oben.

Das Bett besteht aus den Komponenten Stützen, Bettrahmen mit Lattenrost, Treppe mit Geländer, sowie die Anbauteile (Wand vorne, Ablage mit Verstaumöglichkeit hinten).

Bevor es an das Bauen geht, sind diverse Vorbereitungen und Vorarbeiten nötig. Ich neige zwar auch gerne dazu “aus der Hüfte” zu arbeiten, aber leider rächt sich so eine Vorgehensweise oft. Ich beschreibe in diesem ersten Teil, wie ich die Komponenten für das Bett vorbereitet und aufgebaut habe. Im nächsten Teil folgt die Vorbereitung und der Einbau der Treppe. Im dritten und letzten Teil kommen die Anbauteile und die Details zur Sprache.

Welches Material?

Holz

Das gesamte Holz besteht aus gehobelten Fichtenbrettern /-balken. Die Treppe besteht aus Fichten-Leimholzplatten.

Befestigungsmaterial

In dem beigefügten PDF findest du eine Liste der verwendeten Hölzer und Befestigungsmaterialien:

Der Bettrahmen, sowie die Stützen werden an der Wand mit großen Holzbauschrauben befestigt. Dazu gehören Unterlegscheiben und passende Dübel.

Die Treppenkästen habe ich mit Holzleim verleimt, mit Pins genagelt und anschließend 10 mm Holzdübel von außen eingesetzt und verleimt. Die Holzdübel kannst du kaufen oder selber machen - ich habe sie dieses Mal gekauft.

Für die Lattenroste, die Rahmenverbindungen und das Treppengeländer habe ich Spanplattenschrauben verwendet.

Für das Holz und die Befestigungsmaterialien habe ich etwa 350 € bezahlt. Der Lack, sowie das Verbrauchsmaterial kommt mit etwa 100 € dazu. Für das Bett mit Aufbau habe ich etwa 8 Stunden gebraucht. Der Bau der Treppe aus Kästen dauerte auch etwa 8 Stunden. Die Arbeiten für die Anbauteile, sowie die Lackierarbeiten und weiteren Details dauern noch an, weil meine Tochter immer neue Ideen hat…

Welches Werkzeug wird benötigt?

Werkzeug Anwendungen
Akkuschrauber Bohr- und Schraubarbeiten
Akku-Universalsäge Ausklinken, Ablängen
Handkreissäge Ausklinken, Ablängen
Akku-Stichsäge Ausklinken, Ablängen
Akku-Multischleifer Schleifen, entgraten
Bohrhammer Wandlöcher bohren
Druckluftnagler mit Kompressor Pins zur Unterstützung beim Verleimen setzen
Flachdübelfräse Verbinden der Treppenstufen
Gliedermaßstab Messen
Schraubzwingen Fixieren
Stechbeitel Korrekturen

Obwohl ich den Großteil der Vorbereitungen in meiner Werkstatt ausgeführt habe, nutze ich überwiegend akkubetriebene Maschinen. Die Leistungsfähigkeit ist absolut überzeugend und mit den richtigen Akkus verlängert sich die Einsatzzeit erheblich. Alle verwendeten Akkugeräte entstammen dem Power X-Change-Sortiment von Einhell. Dieses Akku System hat den Vorteil, dass du mit nur einem Akkutyp eine Vielzahl an verschiedenen Geräten betreiben kannst. Die Einzelgeräte kaufst du dann wiederum ohne Ladegerät und Akku, sparst Geld und schonst die Umwelt.

Vor allem für die Aussparungen bei den Stützen war mir die Akku-Universalsäge eine große Hilfe, weil sie leicht zu handhaben ist und trotzdem erstaunliche Leistungsreserven aufweist. Der Einsatz eines Akkuschraubers ist ja mittlerweile normal, aber mit meinem habe ich die wirklich großen Schraubenformate problemlos eingedreht. Da die meisten Materialien bereits mit einem Maß passten, z.B. war die Treppentiefe mit der Breite der Leimholzplatten bereits maßhaltig, benötigte ich nur noch eine Handkreissäge, eine Akku-Stichsäge und den Multischleifer. Für das Setzen der Pins bei der Treppe konnte ich auf einen Druckluftnagler zurückgreifen, der mit einem Kompressor versorgt wurde. Zusätzlich kam die Flachdübelfräse zum Einsatz.

Du kannst die Kästen aber auch einfach verschrauben. Um die Löcher in die Wand zu bohren, habe ich einen Bohrhammer eingesetzt. Für den Fall, dass dein Maschinenpark nicht so üppig ausgestattet ist, bist du mit einem Akkuschrauber, einer Stichsäge, Hammer und Nägeln, sowie einer Schlagbohrmaschine gut gerüstet.

Die Stützen

Obwohl der Bettrahmen auf beiden Seiten mit den Wänden verankert wird, habe ich vier Stützen eingeplant. Es wäre wahrscheinlich auch ohne gegangen, aber ich habe so ein besseres Gefühl…

Der Rahmen lagert auf den Stützen. Weil ich das Bett alleine aufbauen musste, habe ich oben einen Zapfen ausgearbeitet, an dem ich die Stirnseiten anschrauben konnte. So konnte ich zwei Stützen an einem Stirnbalken befestigen, alles anheben, an die Wand stellen und bequem ausrichten. Da die drei Teile bereits verbunden waren, konnte ich mich nur mit einer Wasserwaage daran machen, die Balken auszurichten. Dabei konnte ich sicher sein, dass die Abstände zwischen beiden Balken von vornherein korrekt sind.

A Plan of a Mortise and Tenon Joint
Mortise and Tenon Joint out of wood

Um den Zapfen auszuarbeiten habe ich, wie bereits erwähnt, eine Akku-Universalsäge eingesetzt. Die Ausschnitte entsprechen dabei der Stärke der eingesetzten Balken - in meinem Fall 90x40 mm.

Für die Fußleisten musste ich auch eine Aussparung von (130x30 mm) herstellen. Auch das geht mit der Universalsäge, ich habe aber diesmal die Variante mit der Handkreissäge ausprobiert. Dafür habe ich mir einen ganz einfachen Anschlag aus zwei Holzleisten gefertigt, die exakt im rechten Winkel zueinander stehen.

Alle vier Balken werden so positioniert, dass die zukünftige Aussparung oben liegt und mit Schraubzwingen fixiert. Der Anschlag wird ausgerichtet und auch mit einer Schraubzwinge befestigt. Die Handkreissäge wird auf 30 mm Schnitttiefe eingestellt und rechts am Anschlag entlang geführt. Du erzielst somit einen geraden, rechtwinkligen Schnitt als Abschluss. Um einen Ausschnitt in der von mir gewünschten Größe herzustellen, habe ich nun mehrere Schnitte mit etwa einem Millimeter Abstand gesägt. Das geht recht schnell und stellt eine gleichmäßige Tiefe sicher. Im Anschluss werden die stehenden Plättchen mit einem Hammer abgeschlagen und die Reste mit einem Stechbeitel beseitigt.

Diese Methode ist etwas schneller, da du alle vier Balken in einem Arbeitsgang bearbeiten kannst. Zum Schluss bohrte ich etwa in der Mitte der Stützen jeweils ein 10 mm Loch für die Wandanker und schliff sie mit dem Multischleifer und 120er Papier.

Die Stützen sind nun vorbereitet.

Es folgt das Sägen der Stirnbalken auf die korrekte Länge, in meinem Fall auf 140 cm und auch hier das Bohren der Löcher, um die Konstruktion an der Wand zu verankern. Die Längsbalken sägte ich erst später zurecht.

Lattenrost

Der Lattenrost wird nun vorbereitet. Dazu habe ich 20 gehobelte Bretter (80x24 mm) auf Maß gesägt (140 cm) und etwa 15 mm von der Stirnseite jeweils zwei 5 mm Löcher gebohrt. Für die Auflage des Lattenrostes habe ich eine 200 cm lange Leiste (40x30 mm) mit etwa 20 Löchern (5 mm) versehen. Diese Auflage wird später verleimt und verschraubt.

Der Aufbau des Hochbettes

Zwei Stützen und ein Stirnbalken werden nun über die Zapfen mit Schrauben verbunden. Da der Zapfen nicht sehr stark ist, empfiehlt es sich vorzubohren.

Ich richtete die Konstruktion nun auf, stellte sie an die Wand und markierte mit einer langen Schraube die Bohrlöcher. Zwei Schrauben 120x120 mm habe ich für die Stützen und eine 8x100 mm für den Stirnbalken genommen. Als alles fest war, ging ich auf der anderen Seite genauso vor.

Erst jetzt habe ich die genaue Länger der Längsbalken ausgemessen. Da wir in einem Altbau wohnen ist das mit dem genauen Messen immer so eine Sache… Achte darauf, dass du mindestens 5 mm Luft lässt, sonst kriegst du den Balken nicht zwischen die Wände.

Die Längsbalken werden erst mit dem Zapfen und dann mit den Stirnbalken jeweils mit zwei langen Holzbauschrauben verbunden, in meinem Fall 6x200 mm. Auch hier ist es wieder wichtig, die Löcher vorzubohren. Da die Längsbalken am Zapfen befestigt sind, verrutscht dabei auch nichts (Vorbereitung ist alles und spart Nerven…).

Um den Lattenrost am Rahmen zu befestigen, habe ich eine Leiste (30x40 mm) innen an den Längsbalken mit Leim und Schrauben (5x70 mm) montiert. Spare hier nicht mit Schrauben, ich habe etwa alle 10 cm vorgebohrt und ein Schraube gesetzt.

Der Rahmen mit den Stützen ist nun fertig! Es folgt das Montieren des Lattenrostes. Als Abstandshalter habe ich zwei Abschnitte dieser Bretter genommen und später (!) jeweils seitlich eine Schraube gesetzt, damit mir die Teile nicht ständig durch das Rost fallen. Jetzt werden die Bretter Schritt für Schritt auf die Leiste geschraubt.

Das war es schon…! Damit ist das Bett und damit der erste Teil soweit fertig. Im nächsten Teil bauen wir die Treppe aus Kästen. Bis zum nächsten Mal!

AutorFrank Rath
Lesezeit10 Minuten

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