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Rasen richtig vertikutieren

In den meisten Gärten und Gartenanlagen ist der Rasen das zentrale Element. Damit er saftig grün, dicht, strapazierbar und widerstandsfähig ist, bedarf es einer optimalen Rasenpflege. Dazu gehört auch das Vertikutieren, das deinem Rasen die sprichwörtliche Luft zum Atmen verschafft. Die besten Tipps und Tricks sowie eine praktische Anleitung zum Vertikutieren haben wir in diesem Blogbeitrag für dich zusammengetragen.

Was ist vertikutieren?

Vertikutieren bedeutet, den Boden mit einem Vertikutierer ca. drei Millimeter tief anzuritzen. Hier liegt auch der Unterschied zur Aerifizierung, denn bei der Aerifizierung wird der Boden gelockert, sprich die Rasenwurzeln belüftet. Das Vertikutieren wiederum sorgt für eine Belüftung der Rasenpflanzen. Abgeschnittenes Gras, das der Rasenmäher nicht aufsammelt und Moos können im Laufe der Zeit die Rasenfläche verfilzen. Dieser Rasenfilz nimmt den Graspflanzen Platz, Licht und Nährstoffe, die sie zum Überleben benötigen. Darum muss dieser Filz regelmäßig – am besten im Frühjahr und im Herbst – entfernt werden. Das Vertikutieren dient in der Hauptsache dazu, das Rasenwachstum anzuregen und den Rasen gesund zu halten.

Regelmäßiges Vertikutieren garantiert einen gleichmäßigen, saftig grünen Rasen.
Regelmäßiges Vertikutieren garantiert einen gleichmäßigen, saftig grünen Rasen.

Woran erkenne ich, dass ich meinen Rasen vertikutieren muss?

Ob dein Rasen vertikutiert werden sollte, kannst du anhand verschiedener Anhaltspunkte erkennen. Der einfachste Test funktioniert folgendermaßen: Ziehe eine kleine Metallharke oder einen Grubber locker durch das Gras. Wenn sich dabei Mährückstände und Moospolster lösen, ist es an der Zeit, den Vertikutierer einzusetzen. Auch starkes Unkrautwachstum deutet darauf hin, dass dein Rasen vertikutiert werden sollte. Denn Unkraut kann in der Regel besser mit dem Nährstoffmangel umgehen, den der Rasenfilz verursacht.

Wann sollte ich den Rasen vertikutieren?

Grundsätzlich ist das Vertikutieren von März bis September möglich. Entscheidend ist, dass die Tagestemperatur zwischen 15 und 20 °C liegt, was in der Regel im Frühjahr und im Herbst der Fall ist. Im Sommer, wenn der Rasen intensiv genutzt wird und sehr viel Hitze abbekommt, sollte auf das Vertikutieren verzichtet werden – ebenso im Winter, wenn der Boden gefroren ist.

Vertikutieren im Frühjahr

Im Frühling gilt der Zeitraum zwischen Anfang März und Ende Mai als optimal. Vor allem, wenn du deinen Rasen in den Sommermonaten intensiv nutzen willst, solltest du die Pflegemaßnahmen im Frühling angehen. So hat dein Grün nach der Behandlung noch ein paar Wochen Schonzeit, um sich zu erholen – am besten drei Wochen. Je früher du vertikutierst, desto besser – sofern es die Temperaturen wie zuvor erwähnt hergeben. Allerdings haben die vergangenen Jahre gezeigt, dass man mit dem Vertikutieren nicht allzu lange warten sollte. Der Mai ist häufig sehr warm und trocken, sodass eine zusätzliche Bewässerung notwendig ist, damit die Grasnarbe sich schnell wieder schließt. Für das Vertikutieren im Frühjahr gibt es zwei Strategien:

  • Strategie 1: Starte die Rasenpflege direkt mit dem Vertikutieren, bevor der Rasen so richtig zu wachsen beginnt. Voraussetzung dafür ist, dass der Rasen im Herbst noch regelmäßig gemäht wurde. Nach dem Vertikutieren den Rasen düngen und ein bis zwei Wochen später den Rasen auf Normalhöhe mähen.
  • Strategie 2: Beginne die Rasenpflege mit dem Düngen. Mähe deinen Rasen anschließend einmal auf die Normalhöhe. Sobald das zweite Rasenmähen – etwa 2 Wochen später – ansteht, ist der richtige Zeitpunkt zum Vertikutieren.

Vertikutieren im Herbst

Das zweite Mal Rasen vertikutieren im Jahr sollte – wenn nötig – im Herbst in der Zeit von Mitte September bis Mitte Oktober erfolgen. Faustregel für die Temperatur: warm, aber nicht mehr heiß. Der zweite Durchgang mit dem Vertikutierer dient dazu, Moos, Unkräuter und Rasenfilz zu entfernen und den Rasen so auf den Winter vorzubereiten. Auch hier solltest du den Zeitpunkt der Rasenpflege so wählen, dass der Rasen noch Zeit hat, sich von den Strapazen zu erholen bevor die Winterruhe eintritt.

Kabellose Freiheit beim Vertikutieren – mit einem Akku-Vertikutierer von Einhell
Kabellose Freiheit beim Vertikutieren – mit einem Akku-Vertikutierer von Einhell

Welcher Vertikutierer ist der richtige?

Vertikutierer unterscheiden sich im Prinzip nur im Antrieb. Es gibt Benzin‐Vertikutierer, Akku‐Vertikutierer und kabelgebundene Elektro‐Vertikutierer. Unabhängig davon ist das Funktionsprinzip bei allen Vertikutierern gleich: Umgeben von einem Gehäuse aus Metall oder Kunststoff rotiert eine Spindel, an der in kurzen Abständen starre oder drehbar gelagerte Messer oder Haken angeordnet sind. Die Messer und Haken ritzen die Grasnarbe etwa zwei bis drei Millimeter tief auf und entfernen so abgestorbenes Material, Moos und Rasenfilz. Dadurch verhilft er den Gräsern und Wurzeln zu einer besseren Luft‐ und Lichtversorgung. Überschüssiges Wasser kann wieder ungehindert abrinnen. Elektrische und benzinbetriebene Vertikutierer schmeißen das herausgelöste Rasengut in der Regel nach hinten aus oder sammeln es in einem Fangsack.

Benzin‐Vertikutierer für größere Flächen

Benzin‐Vertikutierer empfehlen sich vor allem für große Flächen: Sie haben keinen Akku, der aufgeladen werden muss und kein Kabel, das den Einsatzradius beschränkt und über das man stolpern kann. Solange der Tank mit Benzin gefüllt ist, können sie arbeiten. Ein weiterer Vorteil des Benzinmotors: Er ist schwer. Damit besitzt der Benzin‐Vertikutierer auch über das notwendige Gewicht, um die Messer ausreichend tief in die Grasnarbe zu drücken. In der Regel sind Benzin‐Vertikutierer auch leistungsstärker als Elektro‐Vertikutierer. Dies ist vor allem auf sehr trockenen Böden von Vorteil, wo sie problemlos in den harten Boden greifen.

Benzin-Vertikutierer von Einhell
Benzin-Vertikutierer von Einhell

Elektro‐ und Akku‐Vertikutierer für kleinere, gut zugängliche Flächen

Für den heimischen Garten ist die Leistungsfähigkeit von Elektro‐ und Akku‐Vertikutierern in der Regel völlig ausreichend. Wer nur den eigenen Garten zweimal im Jahr vertikutiert, der kann auch über den vermeintlichen Makel des Kabels hinwegsehen. Wer trotz Elektromotor unabhängig sein will, dem sei zu einem Akku‐Vertikutierer geraten. Dieser verspricht kabellose Freiheit und mit dem richtigen Akku‐Pack auch ähnliche Leistungen wie ein benzinbetriebenes Gerät. Kabelgebunden oder mit Akku – beide Varianten bestechen mit einem geringeren Geräuschpegel als der Benzin‐Vertikutierer.

Elektro-Vertikutierer von Einhell
Elektro-Vertikutierer von Einhell
Akku-Vertikutierer von Einhell
Akku-Vertikutierer von Einhell

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Vorbereitung für das Vertikutieren

Um unnötige Schäden zu vermeiden, solltest du ihn nur vertikutieren, wenn der Rasen trocken ist. Ist der Boden zu nass, reißt der Vertikutierer unter Umständen auch gesunde Rasenpflanzen mit aus. Mähe den Rasen direkt vor dem Vertikutieren auf zwei Zentimeter Höhe ab – in der Regel ist dies die tiefste Einstellung des Rasenmähers. Bevor du mit dem Vertikutierer anrückst, solltest du größere Steine vom Rasen entfernen. Diese könnten ansonsten von der rotierenden Walze des Vertikutierers hochgeschleudert werden und das Gerät oder im schlimmsten Fall dich treffen.

Das richtige Vertikutieren

Stelle zuerst die Arbeitstiefe richtig ein: Hier gilt der Grundsatz „So viel flach wie möglich, so tief wie nötig“. Die richtige Tiefe zum Vertikutieren hängt demnach von der Bodenbeschaffenheit und dem Grad der Verfilzung deines Rasens ab und sollte zwischen 3 und 20 mm liegen. Bewege das Gerät dann erst längs und anschließend quer über die Fläche, sodass ein feines Schachbrettmuster entsteht. Achte dabei darauf, das Gerät zügig über die Fläche zu bewegen, und bleibe nicht lange an einer Stelle stehen, sonst wird die Grasnarbe zu stark geschädigt. Drücke beim Richtungswechsel den Führungsholm nach unten, damit die Messer beim Wenden über dem Rasen schweben.

Nachbehandlung des Rasens

Falls dein Vertikutierer Moos und Filz nicht in einem Fangkorb sammelt, harke es gründlich von der Rasenfläche ab. Je tiefer du vertikutierst, desto mehr Material löst das Gerät aus dem Boden und desto öfter muss der Fangkorb geleert werden. Dann ist es praktischer, ohne Fangkorb zu arbeiten und das überschüssige Grüngut anschließend mit einem Rechen zu sammeln.

Säe anschließend kahle Stellen direkt mit frischem Rasensamen nach. Bestreue Rasenflächen auf schweren, bindigen Böden am Ende mit einer dünnen Schicht Bausand, um den Boden aufzulockern und so seinen Lufthaushalt zu verbessern.

Erst einmal wird der Rasen ziemlich „mitgenommen“ aussehen. Ordnungsgemäßes Düngen unterstützt ihn bei der Erholung. Der Dünger kann sich in der aufgelockerten Erde schnell festsetzen und schwimmt so auch bei stärkeren Regenfällen nicht davon.

In den folgenden etwa drei Wochen solltest du den Rasen regelmäßig ausreichend wässern, damit er sich gut erholt und kräftig nachwachsen kann. Außerdem sollte der Rasen in der Zeit nach dem Vertikutieren möglichst wenig betreten werden, damit er sich schnell wieder zu einem saftig grünen Rasen entwickeln kann.

Das Ergebnis perfekter Rasenpflege: ein dichter, gleichmäßig grüner Rasen.

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