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Bau eines modernen Nachttisches

Ich möchte dir heute zeigen, wie ich diesen schönen Nachttisch mit der Oberfräse von Einhell gebaut habe. Das Ganze ist wirklich einfach und du kannst das genauso für dich umsetzen. Außerdem wirst du beim Lesen dieses Artikels einiges mitnehmen und anschließend noch komplexere Projekte ganz einfach selbst realisieren können.

Eine kleine Anekdote vorneweg, die wahrscheinlich jeder Hobby-Heimwerker kennt: Ursprünglich wollte ich eigentlich einen Schemel bauen. Allerdings finde ich, dass das Endprodukt als Nachttisch noch besser geeignet ist. Manchmal entstehen die besten Ideen eben, wenn man gar nicht erst damit rechnet.

Ich zeige dir in diesem Artikel nun Schritt für Schritt, wie Du solche (und noch viel schönere) Dinge ganz einfach bauen kannst.

 

Material Werkzeug
6x Kiefer Leimholzplatte / Siebdruckplatte Oberfräse
  8 mm Nutenfräser
  Selbstgebauter Fräszirkel
  Handkreissäge

Schritt 1: Die Planung

Wenn du vorher schon weißt, was du tun musst, dann wird dein Projekt ein Erfolg. Garantiert! Ich zeige dir mal eben, wie ich das bei unserem Nachttisch gemacht habe.

Auf diesem Bild siehst du den Nachttisch von oben. Die Linien markieren die runden Stützfüße des Schemels. Ich habe bei meiner Planung einen kleinen Fehler begangen: Ich habe mich für Fichtenholz entschieden. Fichtenholz besitzt aber eine eher geringere Dichte und bricht somit leichter auseinander als andere Hölzer. Aufgrund der Konstruktion ist die Gefahr eines Bruches hier etwas größer.

Für solch ein Projekt wäre eine MDF Platte mit einer beschichteten Oberfläche als Werkstoff optimal. Eventuell sogar Siebdruckplatten, da das Material sehr stabil ist.

Aus visuellen Gründen habe ich nur die Außenkante des Holzes eingezeichnet. Dann störe ich mich später beim Arbeiten nicht an zu vielen Linien. Auf der obigen Zeichnung springt das Holz also nach innen. Ich höre deinen Kopf schon förmlich rauchen. Auf gut Deutsch heißt das einfach nur, dass es bündig mit der Außenkante ist.

Das ist übrigens ein alter Zimmerertrick, welchen man auch beim Abbund anwendet, um nicht zu viele Striche auf dem Holz zu haben. So bleibst du auf das Wesentliche fokussiert und setzt keine falschen Schnitte.

Schritt 2: Festlegen der Grundstruktur

Hier habe ich den Kreis meines Nachttisches festgelegt, um die Breite meiner Stützfüße einzeichnen zu können. Die Stützfüße sollten sich nicht zu weit am Rand befinden, da wir ein gewisses Maß an Überschneidung brauchen, damit der Tisch ausgesteift ist.

Der Durchmesser der Füße ergibt sich automatisch, da der Deckel einen Durchmesser von 40 cm besitzt. Somit können wir nur kleiner werden, wenn wir uns vom Zentrum des Kreises wegbewegen.

Ich habe sie 12 cm von der Außenkante nach innen gesetzt. Das ist notwendig, da wir auch an den Ecken ein Überschneiden brauchen.

Alle wichtigen Maße habe ich in meiner Zeichnung oben vermerkt.

Schritt 3: Anlegen der Schablone

Jetzt arbeiten wir mit dem Durchmesser der Stützfüße. Der 40 cm Kreis ist uns ab sofort egal, diesen brauchen wir erst sehr viel später wieder.

Da wir ein sich ständig wiederholendes Muster haben, war es in meinen Augen am Effizientesten, mir eine Schablone zu bauen, um nicht jedes Stück einzeln ausarbeiten zu müssen. Lieber einmal genau als viermal "so lala".

Die Schablone ist in diesem Fall das Einzige, worauf wir uns WIRKLICH konzentrieren müssen. Am fertigen Bauteil sehen wir, dass wir eine Kreisform mit einer Einkerbung haben. Diese werden anschließend einfach ineinandergesteckt, um ein stabiles Fundament zu bilden.

Schritt 4: Festlegen der Linien

Die Lage der Schlitze ergibt sich auch aus der Zeichnung. Und zwar sind dies die Knotenpunkte an denen sich die Linien überschneiden (im Bild rot eingekreist).

Nun wird ein neuer Kreis mit dem neuen Durchmesser angelegt.

Die „Distanz a“ markiert nun das Maß, um welches wir nach innen springen müssen.

Gekennzeichnet ist der komplette Durchmesser wieder oben im Überblicksbild.

In der Nahaufnahme des noch nicht gefrästen Schlitzes sehen wir, wie wir unser Maß passend für den Kopierring antragen. Der Kopierring selbst hat eine Breite von 17mm - unser Fräser eine von 8mm.

Das "HB" in der Zeichnung steht für Holzbreite. Diese misst einfach nur, wie dick das Holz ist, welches später in den Schlitz kommt. Bei mir waren es 18mm, da mein Holz 18mm dick war.

17mm – 8mm = 9mm -> 9mm/2 = 4,5mm

Das heißt, wir müssen links und rechts von unserem eigentlichen Fräsweg nochmal 4,5mm dazurechnen, um später beim Fräsen die Differenz zu überbrücken. Fräsen werden wir das Ganze übrigens mit der Einhell TE-RO 1255 E. Ich habe zur Oberfräse auch einen Testbericht verfasst.

In meiner Zeichnung ist diese Differenz mit „o“ tituliert und mit gelben Linien eingegrenzt. Dieser Bereich bleibt vom Fräser unberührt.

Ausgeschnitten habe ich diese Schlitze mit der Handkreissäge. Falls du keine besitzt, oder Angst hast, dass es ungenau wird, kannst du sie auch mit einer Handsäge bzw. mit einem Stemmeisen ausarbeiten. 

Den Kreis habe ich ebenfalls mit den einfachsten Hilfsmitteln gemacht – und zwar mit einem selbst gebauten Fräszirkel. Der hat mich genau eine Minute Zeit gekostet. Achte beim Festlegen des Radius am Zirkel wieder darauf, dass du die 4,5 mm abziehst, die dein Kopierring aufträgt.

An der fertigen Schablone kannst du erkennen, dass ich deutlich vom Kreiszentrum abgewichen bin, um meine 4,5 mm antragen zu können. Der dicke Bleistiftstrich markiert die Mitte des Kreises.

Die Grundstruktur, und somit das Wichtigste, ist nun fertig. Jetzt müssen wir im Endeffekt nur noch alles ausarbeiten.

Schritt 5: Das Finish

Wie vor jedem Arbeitsschritt – hier besonders wichtig – musst du dein Werkstück festspannen. Ich habe mein Werkstück doppelt gesichert. Einmal die Schablone selbst auf der Platte und zusätzlich die Platte an meinem Tisch.

Es ist wichtig, dass die Schablone sehr fest sitzt, da sie nicht verrutschen darf. Verrutscht sie, so passen die Schlitze nicht mehr und du kannst dieses Stück Holz vergessen.

Wie du siehst, habe ich Schrauben durchgeschraubt, um in einem Gang fräsen zu können. Du kannst das auch tun. Solltest du mit wertvollen Materialien arbeiten, so rate ich dir die Kehrseite, also die unschönere Seite, mit Schrauben zu durchlöchern.

Jetzt müssen wir noch dem Ganzen die Krone bzw. den Deckel aufsetzten. Am einfachsten geht das, indem wir einfach einen Kreis mit 40 cm Durchmesser fräsen. Das ist unser Deckel.

Der allerletzte Schritt beinhaltet das Festschrauben der Deckelplatte. In diesem Fall habe ich es mir leichtgemacht und die Platte an alle vier Seiten ausgemittelt und anschließend festgeschraubt. Du kannst sie aber auch leimen, dann hättest du eine ebene Oberfläche.

Ich hoffe, ich konnte dich inspirieren und du probierst das Ganze mal aus.

Euer Konstantin

AutorKonstantin Winter
Lesezeit10 Minuten

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