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Ein Hochbeet bauen

Hochbeete erreichen immer mehr Beliebtheit. Zum einen sorgt es für eine angenehme und rückenschonende Arbeitshöhe mit Schutz vor Nagern und anderen Tieren, zum anderen kann man es schon fast als Möbelstück im Garten bezeichnen. Der Bau eines Hochbeetes sollte vorab gut geplant werden, weil sich die meisten Hochbeete nicht mehr so einfach versetzen lassen. Es sei denn, du baust so ein Hochbeet, wie wir. Wir bauen ein Hochbeet, das mit zwei Kunststoffbehälter versehen und deshalb mobiler ist. In diesem Fall haben wir rechteckige Maurerbütten als Behälter für die Pflanzen gewählt. Wir bauen also eigentlich einen großen Übertopf. Wie das geht zeige ich euch hier.

Material Werkzeug
Lärchen-Profilbretter 18 x 116 mm Akku-Stichsäge / Akku-Universalsäge
Lärchenkantholz 45 x 75 mm Akku-Bohrschrauber mit Bohrern und Bits
Edelstahl- “Gartennägel” 5 x 50 Akku-Multischleifer
2 x rechteckige Maurerbütt (ca. 750 x 440 mm) Hammer
  Bandmaß oder Gliedermaßstab

Bestandteile des Hochbeets

Folgende Teile habe ich mir aus dem Holz zurechtgesägt:

Bezeichnung Material Länge Anzahl
Front-Beplankung unten Profilbrett Douglasie 116x18 mm 430 mm 8
Front-Beplankung oben Profilbrett Douglasie 116x18 mm 270 mm 8
Seitliche Beplankung klein Profilbrett Douglasie 116x18 mm 430 mm 8
Seiltiche Beplankung hoch Profilbretter Douglasie 116x18 mm 700 mm 10
Rückseitige Beplankung Profiled boards Douglasie 116x18 mm 700 mm 8
Rahmen lang Rahmenholz 45x75 mm 915 mm 4
Rahmen mittel Rahmenholz 45x75 mm 790mm 8
Rahmen kurz Rahmenholz 45x75 mm 480 mm 4
Kragen oben kurze Seite Glattkantbrett 80x18 mm 542 mm 2
Kragen oben lange Seite Glattkantbrett 80x18 mm 850 mm 2
Kragen unten kurze Seite Glattkantbrett 80x18 mm 430 mm 2
Kragen unten lange Seite Glattkantbrett 80x18 mm 850 mm 1

Welches Material?

Da es sich um Gartenmöbel handelt, solltest du ein witterungsbeständiges Holz wählen. Eine günstige Variante ist zum Beispiel Lärche oder Douglasie. Es gibt sie in unterschiedlichen Qualitäten. Ich habe mich für 18 mm starke und 116 mm breite Profilbretter mit Nut und Feder aus Douglasie entschieden. Auch die Unterkonstruktion sollte aus dem gleichen Holz sein. Es kommen 45x75 mm Kanthölzer zum Einsatz. Da meine Frau keine Schraubenköpfe, sondern dekorative Nagelköpfe aus Edelstahl sehen wollte, besorgte ich so genannte “Gartennägel”. Es handelt sich um speziell geformte Nägel aus Edelstahl, die extrem auszugsstark sind und schön aussehen.

Der Aufbau

Unterhalb des Kragens der Bütt wird ein Rahmen aus den Kanthölzern gebaut, so dass die Bütten darin eingehängt werden können. Die Rahmen sind hintereinander in der Höhe versetzt und werden von der Beplankung aus den Profilbrettern gehalten.

Die Rahmen

Die einfachste Art diese Rahmen zu bauen ist eine einfache Verschraubung. Da die Schrauben aber zwangsläufig im Stirnholz sitzen, müssen sie sehr lang sein, um die nötige Stabilität zu garantieren.

Besser ist es, mit einer “einfachen Ecküberblattung” zu arbeiten. Dabei werden die Enden der Leisten ineinander eingepasst. Was sich kompliziert anhört, ist mit der Akku-Stichsäge oder mit der Akku-Universalsäge schnell gemacht. Mit Akkugeräten lassen sich diese Arbeiten hervorragend im Freien ausführen, ohne dass du mit Kabeltrommeln und Kabelsalat zu kämpfen hast. Zusätzlich müssen in der Mitte einiger Latten so genannte “Zentralüberblattungen” hergestellt werden. Für die Zentralüberblattungen habe ich die Sägelinien angezeichnet, in den Ecken mit dem Akku-Bohrschrauber 10 mm Löcher gebohrt und alles mit der Akku-Stichsäge ausgesägt.

Nachdem alle Rahmenhölzer auf Länge gesägt und bearbeitet wurden, konnte ich die Rahmen bauen. Zwei große und ein kleiner Rahmen bilden die Grundlage für das Hochbeet. Die Rahmen habe ich nur mit wasserfestem Leim verleimt. Die Stabilität kommt durch die äußeren Profilbretter, die ich im Anschluss nach der Sägeliste auch auf Länge sägte.

Im Garten wurde dann alles zusammengebaut. Das ging zwar auch in der Werkstatt, allerdings wäre ich mit der fertigen Konstruktion nicht durch unsere Türen gekommen. Der Anfang ist wie immer recht beschwerlich, weil die drei Rahmen in den jeweils richtigen Abständen zueinander angeordnet werden müssen.

Dazu ordnete ich sie auf einer ebenen Oberfläche so an, dass das Hochbeet quasi auf dem Rücken liegt und nagelte das erste Profilbrett für die Front an. Sei dabei sehr sorgfältig, weil sich nach diesem Brett alle folgenden Bretter ausrichten. Die Bretter weisen oben einen Überstand von 20 mm und unten von 50 mm auf. Da die Nägel mit 5 mm recht stark sind, habe ich die Profilbretter sicherheitshalber vorgebohrt. Es folgen die nächsten Profilbretter, die über Nut und Feder leicht angeordnet werden können. Das geht nun deutlich schneller. Überrascht haben mich dabei die Nägel, die eine unglaubliche Festigkeit vorweisen. Das ist sicherlich auf die eigenartige Form zurückzuführen. Ich werde sie auf jeden Fall bei weiteren Holzprojekten im Garten einsetzen.

Nachdem die Front fertig beplankt war, drehte ich alles auf die Seite und beplankte die erste Seite. Jetzt wurde die ganze Konstruktion stabiler und ich konnte problemlos die andere Seite und die Rückseite beplanken. Vorne müssen die Überstände der Seiten entfernt werden. Das erledigte ich mit der Akku-Universalsäge, nachdem ich die Sägelinie ordentlich angezeichnet haben. Zum Schluss nagelte ich die letzten Profilbretter vorne über der ersten Bütt an. Sieht doch schon ganz gut aus!

Vorne müssen die Überstände der Seiten entfernt werden. Das erledigte ich mit der Akku-Universalsäge, nachdem ich die Sägelinie ordentlich angezeichnet habe.

Der Kragen

Der letzte Arbeitsschritt war der Kragen, der die Behälter und das Hirnholz der Profilbretter sauber abdeckt. Dazu sägte ich für den oberen Kragen vier Bretter und für den unteren Kragen drei Bretter zurecht. Die Bretter wurden mit wasserfestem Leim und Taschenbohrungen verbunden. Dazu bohrte ich mit einer entsprechenden Lehre die Sacklöcher, beseitigte mit dem Multi-Schleifer den Grat, verleimte die Bretter und schraubte alles zusammen. Das geht nicht nur sehr schnell, sondern sieht auch sehr sauber aus. Die Kragen legte ich auf und nagelte sie fest. Zum Schluss bohrte ich gefühlte tausend 2 mm Löcher in die Bütten, damit das Wasser ablaufen kann.

Wenn das Wetter nun endlich etwas besser wird, wird das Hochbeet an seinen Platz gestellt und bepflanzt.

Meine Frau freut sich schon…!

 

P.S. Wer nicht so viel Platz hat und darum ein kleineres Hochbeet möchte oder aber ein kinderfreundliches Hochbeet, das auch als Fußballtor fungieren kann, der sollte sich unbedingt dieses Model (siehe Bild unten)ansehen.

AutorFrank Rath
Lesezeit7 Minuten

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