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Projekt „Holzlampe“ oder: „Aus Fehlern lernt man“

Als Heimwerker und Bastler ist man einem konstanten Lernprozess unterworfen. Oft funktionieren gewisse Abläufe nicht auf Anhieb so, wie man es sich ursprünglich vorgestellt hatte, man muss improvisieren, anfängliche Pläne abändern oder sich mit einem fragwürdigen Ergebnis zufrieden geben. Dieser ursprünglich als „Bauanleitung“ gedachte Blogbeitrag wurde letzten Endes zu einem wahren Hürdenlauf und ich möchte diesen als eine Art „Erfahrungsbericht“ schildern.

Eine Holzlampe aus einem Baumstamm bauen – dieser Gedanke schwebte seit einiger Zeit in meinem Kopf herum. Das Internet lieferte mir genügend Inspiration, ich war also nicht der Erste der sich daran versuchte.

Materialliste

  • Baumstamm (trocken!)
  • Lampenfassung mit Sockel E27
  • Netzkabel mit Schalter
  • LED Leuchtmittel in Röhrenform
  • Holzdübel
  • Filzgleiter
  • Holzleim

Werkzeugliste

  • Kettensäge
  • Bohrmaschine / Akkuschrauber
  • Deltaschleifer
  • Lochsäge
  • Hammer und Stechbeitel
  • Holzbohrerset

Den Holzstamm zu besorgen war ein leichtes, da meine Familie das Nutzungsrecht auf ein Waldstück besitzt und ich das benötigte Stück aus einer bereits gefallenen Erle schneiden konnte. Wieder einmal war ich verblüfft wie gut sich die kleine Akkukettensäge aus der Einhell Power X-Change-Serie schlägt, vor Allem das geringe Gewicht und die kleinen Abmessungen sind von Vorteil, wenn man das Gerät länger durch den Wald tragen muss. Bei der Auswahl der Holzart sollte man darauf achten, dass es frei von Schädlings- und Pilzbefall ist und keine morschen Stellen aufweist. Zudem sollte die Optik ansprechen und der Stamm von geradem Wuchs sein. Besonders geeignet sind harte Holzarten, wie zum Beispiel Buche oder Erle.

Zu Hause angekommen, musste ich mich dem ersten Problem stellen. Ich wollte die obere Hälfte des Baumstammes in Scheiben schneiden, zwischen denen das Licht des Leuchtmittels hervorscheint, aber weder Tischkreissäge, Bandsäge noch meine Wippsäge hatten die richtige Größe um diese Schnitte zu bewerkstelligen. Letzten Endes musste also auch dafür die Kettensäge herhalten. Um die Schnitte im rechten Winkel zur Stammachse und parallel zueinander setzen zu können, baute ich mir aus Holzwinkeln eine Art Führungshilfe, an der ich mich beim Sägen orientieren konnte. An dieser Stelle empfiehlt es sich, die Scheiben zu nummerieren, damit man sie später in der richtigen Reihenfolge und Ausrichtung montieren kann.

Nun bohrte ich in jede Scheibe mit Hilfe einer Lochsäge mittig eine Kreisrunde Öffnung mit ca. 7cm Durchmesser, worin das Leuchtmittel später seinen Platz findet. Auch im Fuß der Lampe, also dem übriggebliebenen Stammstück musste ich eine Öffnung für die Lampenfassung schneiden, indem ich zuerst die Form mit der Lochsäge definierte und dann den Inhalt mit Holzbohrern leer bohrte. Der Grund der Aussparung wurde noch mit Holzspachtel geglättet und durch eine Bohrung längs durch den Stamm für das Stromkabel ergänzt.

Die Schnittflächen der Scheiben waren durch den Einsatz der Kettensäge natürlich nicht sonderlich glatt geraten, weshalb eine Nachbehandlung mit einem Schleifgerät unumgänglich war. Hier stieß ich auf das nächste Problem. Das Holz war eindeutig noch zu feucht um es effektiv bearbeiten zu können, mit meinem Deltaschleifer erreichte ich nur, dass sich die Holzoberfläche verfärbte, eine glatte Ebene brachte ich nicht zustande.

Also musste das Holz irgendwie trocknen. Natürlich hätte ich jetzt das ganze einfach ein halbes Jahr liegen lassen können, aber so viel Zeit wollte ich für dieses Projekt auch wieder nicht opfern. Deshalb ab mit dem gesamten Stamm in den warmen Heizraum für ein paar Tage!

Das Ergebnis hatte ich mir etwas anders vorgestellt. Die Holzscheiben waren zwar nicht mehr nass, aber durch den schnellen Trocknungsvorgang hatten sie großteils Risse bekommen und sich verformt! Eine schön parallele Anordnung war jetzt natürlich nicht mehr möglich, also musste ich das beste aus der Situation machen und sie halbwegs optisch ansehnlich übereinander leimen. Als Abstandshalter nahm ich in Stücke geschnittene Holzdübel.

Zuvor erfolgte noch die Verkabelung der Lampenfassung, hier sei ausdrücklich erwähnt, dass Arbeiten an stromführenden Kabeln einem qualifizierten Elektriker vorbehalten werden sollten!

In meinem Fall war die Verkabelung simpel, das Kabel hatte 2 Litzen (Braun und Blau) welche mit den zwei vorhandenen Aufnahmepunkten an der Fassung (Paarung egal) verbunden wurden. Bevor Diese mit dem Stamm verschraubt wird, lohnt es sich einen Funktionstest der LED Birne durchzuführen, da nach dem Zusammenbau eine Fehlerbehebung schwierig wird.

Nachdem die einzelnen Scheiben verleimt wurden, kann auch der Deckel der Lampe mit dem restlichen Körper verklebt werden. Durch die voraussichtlich lange Lebensdauer der LED Technik muss man sich um einen Leuchtmitteltausch keine Gedanken machen!

Bevor die Holzlampe aufgestellt wird, sollte man am Fuße des Stamms noch Filzgleiter anbringen, damit keine Möbel zerkratzt oder beschädigt werden.

Wenn ich noch eine weitere Lampe bauen müsste, würde ich das nächste Mal absolut trockenes, also mindestens 2 Jahre zwischengelagertes Holz verwenden, sowie einen etwas kleineren Stamm, sodass dieser in meine Wippsäge passt.
Philipp Weiler
AutorPhilipp Weiler
Lesezeit10 Minuten

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