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Paletten-Weihnachtsstern

Einen schönen Stern aus Holz als Weihnachtsdeko - das war der Wunsch meiner Frau und da hat mich die Herausforderung gepackt. Schön symmetrisch und regelmäßig sollte er sein. Um das Ganze auch so genau wie möglich zu bauen, muss man einige Dinge beachten, auf die ich gerne im Folgenden zuerst eingehen möchte.

Material Tools
3 Bretter (oder je nachdem wie groß euer Stern werden soll) Tischkreissäge
Holzleim Bandschleifer oder Band-und-Tellerschleifer
  Schleifpapier
  Spanngurte
  Lötbrenner

Teil 1: Theorie

Wir fangen mit etwas Theorie an: (ja muss leider sein), wenn es Euch nicht wirklich interessiert dann könnt Ihr es auch überspringen.

Spitzer Winkel

Da der Stern einen geschlossenen Kreis bildet, machen wir erst einmal etwas Mathematik.

Der Kreis hat einen Winkel von 360 Grad, da unser Stern 5 Spitzen haben soll rechnen wir einfach 360 Grad / 5 = 72° Grad. 

Somit bildet jede Spitze vom Kreismittelpunkt aus mit der nächsten Spitze einen Winkel von 72° Grad.

Da 3 Spitzen ein Dreieck bilden, müssen wir weiter rechnen:

In einem Dreieck beträgt die Summe aller Winkel 180° Grad.

Da wir 180°-72°-72° = 36° „Rest“ der Sternspitze.

Damit wir diese Spitze auf Gehrung sägen können, muss der Winkel halbiert werden.

Also 36 Grad / 2 = 18 Grad (Spitze).

So wie säge ich nun diesen Winkel am besten?

Wir nehmen das Beispiel: Kreissäge

Das Sägeblatt wird auf 18 Grad eingestellt und das Brett senkrecht zum Sägeblatt geführt.

Aber Achtung es ist nicht ganz ungefährlich, da das Werkstück dann in den Schlitz vom Sägeblatt rutscht oder rutschen kann.

Um dieses zu vermeiden sollte das Werkstück fest geklemmt am Längsanschlag geführt werden.

Also am besten einen Führungsschlitten für den Längsanschlag bauen, wo das Werkstück dann sicher festgeklemmt am Sägeblatt vorbeigeführt werden kann.

Oder man baut sich für seinen Führungsschlitten eine passende Vorrichtung.

Die andere Möglichkeit wäre, einen Winkel am Werkstück anzuzeichnen und mit der Handsäge dann zu sägen.

Somit ist der „spitze“ Winkel schon einmal gesägt.

Dazu habe ich mir eine Vorrichtung gebaut.

Wo ich das Werkstück gut einspannen kann um es sicher am Sägeblatt zu führen.

Stumpfer Winkel

Um den zweiten Winkel raus zu bekommen, gehen wir fast genauso vor.

Der zweite Winkel bei unserem Stern.

Der zweite Winkel in unserem Dreieck ist im Prinzip ein „stumpfes Dreieck „  !?!?!

Wie berechne ich dieses Dreieck

Ganz einfach

Wir erinnern uns Dreieck ...Winkel ...180 Grad

Also nehmen wir die 180° -36° -36° = 108° „Rest“

Jetzt haben wir den Gesamtwinkel von 108° (Grad).

Da wir dort aber auch auf Gehrung gesägt haben, müssen wir diesen Winkel auch wieder halbieren

Also: 108 Grad / 2 = 54 Grad

Wie stellen wir dieses an der Kreissäge ein, meine Kreissäge macht ja nur 0 bis 45 Grad.

Dazu ganz einfach:

Das Sägeblatt steht regulär auf 0 Grad zum Sägetisch – was ja einen Winkel von 90 Grade entspricht. Also Senkrecht zum Sägetisch.

Also rechnen wir jetzt einfach 90°-54° Grad, ergibt somit 36° Grad, also das Sägeblatt auf 36 Grad einstellen und das Werkstück flach hinlegen. (Selber bin ich aber bei meinem Bau mit 38 Grad gefahren, warum auch immer.

Teil 2: Zusägen

Nach der ganzen Theorie nun etwas Praxis. ;)

Wir nehmen uns 3 Bretter und sägen uns diese mit der Kreissäge in 10 kleine Brettchen zu.

Ich habe mich für eine Länge von 20 cm entschieden, somit wird mein Stern dann insgesamt 43 cm groß werden.

Dann habe ich diese Brettchen paarweise in meine Vorrichtung gesteckt, um diese dann sicher am Längsanschlag am Sägeblatt führen zu können.

Anschließend habe ich bei der Kreissäge dann einen Winkel von 18 Grad eingestellt.

Und diese Vorrichtung dann genutzt, um diese Winkel zu sägen.

Das habe ich mit jedem Brettchen gemacht. Somit waren die Brettchen mit den 18 Grad Winkel fertig.

Danach habe ich den Winkelanschlag genommen und den Längsanschlag mit Abstandshalter und habe das Sägeblatt auf 38 Grad eingestellt.

Nun wurden die Brettchen genommen und so auf an den Anschlag gelegt, dass der 18° Winkel vom Sägeblatt weg zeigt und die geschnittene Seite nach unten zeigt.

Das Schlimmste ist überstanden. 

Jetzt werden alle 10 Brettchen mit dem Band-und-Tellerschleifer geschliffen.

Es werden jetzt alle Seiten vom Brett abgeschliffen, jedoch nicht die gesägten Seiten mit den Winkeln.

Somit ist der Zweite Teil auch abgeschlossen.

Teil 3: Zusammenbau und Rest

Nun wollen wir die zugesägten Stücke auch zusammensetzen. Dazu habe ich auf meine Werkbank den Rest einer Siebdruckplatte gelegt, um Unebenheiten auszugleichen.

Danach habe ich immer paarweise die Brettchen zusammengelegt und dann die Spitzen einseitig mit Holzleim bestrichen.

Anschließend werden immer je zwei Brettchen zu einer Spitze verklebt, mit Klammern zusammenspannt und dann trocknen gelassen.

Nach dem Trocknen werden die Klammern entfernt und die einzelnen Spitzen zu einem Stern zusammenlegt, um die Kanten auf Passgenauigkeit zu prüfen.

Wenn alles passt, werden die Spitzen im Uhrzeigersinn gedreht und die Kanten, welche dann nach oben zeigen, mit Leim bestrichen.

Danach drehen wir die Spitzen wieder gegen den Uhrzeigersinn und fügen sie zusammen. Danach wird der Stern mit einem Spanngurt stramm zusammengezurrt und von oben mit Gewichten beschwert, letzteres ist aber nicht zwingend notwendig.

Falls man keine Spanngurte zur Hand hat, kann man auch Expanderseile stattdessen verwenden. Jetzt heißt es wieder trocknen lassen.

Nachdem alles getrocknet ist, werden nun die Spanngurte sowie auch der überschüssige Kleber wieder entfernt und alles mit dem Exzenterschleifer nochmals übergeschliffen.

Nachdem alles fertig geschliffen ist, ist unser Stern jetzt fertig für die weitere Bearbeitung.

Hierfür habe ich mir einen Lötbrenner zur Hilfe genommen und den Stern angefackelt, um ihn einen rustikalen Touch zu verleihen.

Und das Weihnachtliche auch super zur Geltung zu bringen, habe ich eine kleine Lichterkette um den Stern gewickelt.

Teil 4: Sonstiges

Für das ganze Projekt habe ich knapp 2 Stunden ohne Wartezeit benötigt.

Ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest und eine schöne Zeit mit euren Lieben.

 

Vielen Dank fürs Lesen und viel Spaß beim Nachbauen.

Klaus Schäfer

AutorKlaus Schäfer
Lesezeit10 Minuten

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