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Rollbare Outdoor Kühlbox

Im Sommer zieht es mich und meine Familie immer nach draußen. Die Terrasse ist Aufenthaltsort Nummer 1 und der Grill hat eine Menge zu tun. An einem launigen Abend mit Freunden und Bekannten ist nichts nerviger als das ständige „für Nachschub sorgen“. Warum also baue ich mir nicht einen Kühlschrank auf die Terrasse?

Schritt 1 - das Material

Als erstes kaufte ich das „Innenleben“ der Kühlbar beim Haushaltswarenmarkt um die Ecke.

Die Kunststoffwannen und Eimer sind natürlich für Lebensmittel geeignet und sehr robust. Sie geben außerdem die endgültigen Innenmaße vor. Die Kühl-Akkus sind sehr breit und geben die (kalte) Temperatur schnell ab. 

Das Holz zu diesem Projekt habe ich aus alten Paletten gewonnen, die ich aufgetrennt habe. Das macht in der Vorbereitung eine Menge Arbeit. Bis das eigentliche Projekt beginnen kann, bin ich dann immer recht lange damit beschäftigt das Material vorzubereiten, aber dafür hat es mich nichts gekostet. 

Nachdem das Holz, gehobelt, war, ging es an den Zuschnitt. Der musste mit Tischkreissäge und Kappsäge gemacht werden.

Schritt 2 - Die Seitenteile

Um die einzelnen Bretter, die zu einem Panel zusammengeleimt werden sollten, voneinander abzuheben und dem Ganzen etwas Struktur zu geben, bekam jedes Brett eine kleine Phase an der Oberfräse verpasst.

Letztlich waren alle Phasen dran und ich konnte die Panels miteinander verkleben. Und wieder stelle ich fest, dass es einfach niemals genug Zwingen in einer Werkstatt geben kann…

Holzleim ist für draußen meist nicht so geeignet und ich wollte zusätzlich verhindern, dass sich die Panels aufgrund von Wetter- und Temperaturunterschieden schnell „werfen“, d.h. in sich verdrehen und die Box somit zerstören. Also habe ich „Riemchen“ auf der Rückseite verschraubt.

Schritt 3 - Das Innenleben

An die Seitenteile sollten Leisten angebracht sein in die Behältnisse gehängt werden können. Also „Stellprobe“ zum Maß nehmen.

Ich wollte möglichst wenig sichtbare Schrauben haben, darum musste ich genau Maß nehmen und einen Rahmen einpassen: Das bedeutet viel Messen und vor allem viel Vorbohren. Aber der Aufwand lohnt sich: So hat man ein passgenaues Innenleben für die Kühlbox!

Der nächste Punkt auf der Agenda sind die Kühl-Akkus, die untergebracht werden mussten. Ich habe mich bei den Haltern für Metall entschieden, weil diese robust sind und die Temperatur gut leiten. 1,7mm Stahlblech wurden also angezeichnet und am Schraubstock gebogen.

Bevor dann alles verschraubt wurde, wollte ich noch einmal auf Nummer sicher gehen und eine „trockene“ Stellprobe machen.

Die Riemchen, die die einzelnen Bretter am „werfen“ hindern sollen, bieten zudem ideale Anschläge für die einzelnen Bauteile. Das Verleimen und Verschrauben geht so um einiges schnell.

Ich habe mich für stumpfe Verbindungen entschieden. Die Box wird viel Wind und Wetter ausgesetzt sein und das Holz wird viel arbeiten, darum erschien mir Wasserfester Holzleim in Verbindung mit edelstahlschrauben eine gute Wahl.

Innen habe ich die Box mit 20 mm Styropor ausgekleidet. Wer auf Kleber verzichten will (so wie ich) muss da präzise arbeiten. Ich habe das Styropor mit der Bandsäge und einem feinen Blatt geschnitten. Das ging besser und sauberer als ich dachte.

Ich musste jedes Feld genau auskleiden, um die Kühlverluste so gering wie möglich zu halten. 

Schritt 4 - Der Deckel

Die Deckelklappe entwickelte sich zu einem schweren Teil. Dementsprechend mussten die Scharniere dimensioniert sein.

Damit ein unkontrolliertes „nach hinten fallen“ verhindert wird, habe ich ein Fangband angebracht. Ein robustes Werkstattseil und ein bisschen Bindedraht genügt, um eine Öse zum Befestigen zu haben. Schon fertig!

Schritt 5 - Der Unterbau

Bereits ungefüllt, hat die Kühlbox ein gewisses Gewicht. Also musste der Unterbau entsprechend robust sein. Ich habe mich für die Streben entschieden, die ich aus den Palletten gewinnen konnte.

Auch hier habe ich die Einzelteile stumpf verbunden. Nur eine Seite des Untergestells sollte Rollen haben. Also musste ich die andere Seite um die Rollenhöhe länger machen. Ich habe Bockrollen aus Hartplastik verbaut. Die sind sehr tragfähig und in diesem Fall starr.

 

Die beiden Seitenteile wurden dann noch mit Brettern verbunden, was zusätzlichen Stauraum unter der Kühlbox bietet. Hier kann man dann zusätzlich noch Kisten abstellen. Auch hier habe ich nur Leim und Schrauben verwendet.

BEVOR ich die Kiste aufsetze musste ich aber noch die Löcher vorbohren, die das Untergestell mit der Kühlbox fest verbinden.

Das Untergestell besteht aus 10x10 Balken. Daher musste ich erst mit dem handelsüblichen Bohrer vorbohren und anschließend mit einem Balkenbohrer durchbohren.

Schritt 6 - Das Finish

Anstelle von Lack habe ich mich für Beize entschieden: Die schützt das Holz, aber lässt die Poren offen, sodass evtl. eingedrungene Feuchtigkeit auch wieder heraus kann.

Zum Öffnen der Klappe dient ein ehemaliger Badewannengriff. Er passt einfach gut zum Gesamtbild.

Alles in Allem, ist es eigentlich „nur“ eine Kiste, aber das täuscht. Es war ein wirklich anstrengendes und anspruchsvolles Projekt. Weniger was das handwerkliche angeht, vielmehr dahingehend: „welches Material nutze ich dafür und hierfür...?“

Letztlich bin ich schon stolz, dass es mir gelungen ist und ich freue mich endlich unmittelbar neben meinem Grill Zugriff auf eisgekühltes .... Wasser zu haben.
Christian Lill
DIY-Blogger
AutorChristian Lill
Lesezeit15 Minuten

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