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Schwedenfeuer selber bauen

Das sogenannte Schwedenfeuer erfreut sich immer größere Beliebtheit

Ist es doch so funktionell wie simpel: einen kleinen Baumstamm von oben längs kreuzförmig einschneiden, anzünden, fertig. Das wussten bereits die schwedischen Soldaten aus dem dreißigjährigem Krieg - daher der Name. Es ist tatsächlich so simpel, trotzdem gibt es einige hilfreiche Hinweise, die wir dir nicht vorenthalten möchten.

Schritt 1: Das richtige Holz für die Baumfackel

Grundsätzlich handelt es sich bei dem Schwedenfeuer um eine Variante einer Fackel, deswegen wird es auch oft Baumfackel oder Schwedenfackel genannt. Um die Fackel leicht zu entzünden und eine hübsche Flamme zu erzeugen, muss das Holz möglichst trocken sein. Du kannst aber in dieser Variante auch frisch geschlagenes Holz verwenden. Da die Flamme mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird, brennt das Holz trotzdem. Ein feuchter Stamm qualmt aber deutlich stärker. Die Holzart ist dabei nicht ganz so entscheidend, allerdings brennen Weichholzarten mit mehr Harzanteil, wie z.B. Kiefer, Fichte, Lärche, etc. mit einer größeren Flamme als Harthölzer, wie z.B. Eiche oder Buche. Diese Hölzer neigen eher zum Glimmen, halten dafür in der Regel aber auch länger.

Schritt 2: Die Schnitte

Ideal eignen sich Holzstämme von etwa 30 - 120 cm Länge mit einem Durchmesser von 20 - 40 cm. Mit einer Kettensäge werden von oben bis etwa 10 cm über den Boden zwei kreuzförmige Schnitte durchgeführt. Durch diese Schnitte wird das Feuer mit ausreichend Sauerstoff versorgt und durch den Kamineffekt wird der Abbrand verstärkt. Je höher der Durchmesser des Stammes, desto mehr Schnitte bieten sich an, um einen gleichmäßigen Abbrand zu erzielen.

Schritt 3: Das Anzünden

Stecke einfach oben in das Kreuz ein oder zwei Grillanzünder rein und zünde sie an. Das Feuer fängt ziemlich schnell an, stabil zu brennen. Es brennt dann ohne weiteres Zutun von oben nach unten ab. Je nach Größe des Stammes brennt so ein Schwedenfeuer etwa 1 - 4 Stunden lang.

Schritt 4: Die Sicherheit

Beim Abbrand können glühende Holzstücke abfallen. Deshalb solltest du den Stamm auf eine feuerfeste Unterlage oder auf nicht brennbaren Untergrund stellen. Das Schwedenfeuer wird durch die hohe Sauerstoffzufuhr sehr heiß. Achte deshalb auf ausreichend Abstand zu brennbaren Sachen. Zu Anfang kannst du oben einen Topf aufstellen, wenn der Stamm sicher steht. Da das Feuer aber ziemlich schnell den oberen Teil abbrennt, musst du ihn rechtzeitig herunternehmen, weil er sonst mit den abgebrannten Holzstücken herunterzufallen droht.

Variante: Minikocher

Eine sehr effektive Variante kann gleichzeitig als Minikocher verwendet werden.
Du nimmst einen kleinen Baumstamm, der etwa 30 cm lang und 15-20 cm im Durchmesser groß ist. Wichtig ist, dass er einen festen Stand hat, wenn du ihn hinstellst.

Nun bohrst du mit einem Forstnerbohrer von oben ein etwa 30 mm breites Loch soweit es geht hinein. Je länger der Forstnerbohrer, desto besser. Seitlich bohrst du auf der Höhe, auf der das Loch stirnseitig endet ein weiteres Loch bis zur Mitte. Die beiden Bohrungen sollen sich treffen, so erhältst du eine Art Kamin.

Oben schlägst du drei ausreichend lange Nägel ein, die etwa 3-5 cm weit gleichmäßig herausschauen. Wenn du jetzt in das seitliche Loch einen Grillanzünder steckst und anzündest, entsteht sofort oben am Loch eine Flamme. Durch den Kamineffekt wird sie ausreichend mit Sauerstoff versorgt und brennt den Stamm von innen heraus ab. Auf die drei Nägel kannst du nun einen kleinen Topf stellen und hast einen effektiven Einmal-Kocher.

Es gibt zahlreiche Angebote in den Baumärkten oder im Internet, wo du ein Schwedenfeuer bedenkenlos kaufen kannst. Aber als eingefleischter Heimwerker solltest du nun mit der eigenen Herstellung kein Problem haben. Viel Spaß dabei!

AutorTobias Guttenberg
Lesezeit10 Minuten

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