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Einsatzmöglichkeiten der Bandsäge

Neben dem Bohren und dem Schrauben ist das Sägen wohl eine der häufigsten Tätigkeiten in der Heimwerker-Werkstatt.

Für verschiedene Anwendungen existieren die unterschiedlichsten Typen von Sägen. Der Klassiker, neben der einfachen Handsäge, ist hier eindeutig die Stichsäge, welche in den wenigsten Haushalten fehlt. Diese ist dicht gefolgt von der Handkreissäge oder auch der Tischkreissäge. Eher selten ist in der Heimwerkstatt allerdings eine Bandsäge anzutreffen. Obwohl die Bandsäge eine der interessantesten Sägen für den Hausgebrauch ist, gehört diese meist zu den letzten Werkzeugen, die sich der typische Heimwerker anschafft.
Die Einsatzmöglichkeiten der Bandsäge sind vielseitiger, als es auf den ersten Blick scheinen mag. In diesem Artikel werde ich versuchen, dir einen Überblick über einige Anwendungsszenarien der Bandsäge zu verschaffen.

Das einfache Kürzen von Leisten und Brettern

Eine Leiste, sei es eine Fußleiste oder eine Dachlatte, hat nach dem Kauf selten die gewünschte Länge. Mit der Bandsäge kann unmittelbar nach dem Vermessen und Anzeichnen mit dem Schnitt begonnen werden. Dadurch, dass man das Werkstück an der Bandsäge mit beiden Händen festhält, entfällt ein aufwendiges Verspannen des Werkstücks im Schraubstock oder ein mühsames Anbringen von Zwingen, wie es beispielsweise bei der Arbeit mit der Stichsäge oder einer Handsäge notwendig ist. Im Vergleich zur Tischkreissäge geht die Vorbereitungszeit gegen Null. An der Bandsäge können, wenn man im Umgang mit dieser ein wenig geübt ist, selbst die kleinsten Werkstücke bearbeitet werden.

Die Bandsäge und unterschiedliche Materialien

Bei der Arbeit mit der Bandsäge ist es nicht zwingend notwendig bei unterschiedlichen Materialien verschiedene Sägeblätter aufzuspannen. Egal ob Holz, Aluminium, dünnes Eisen, Messing oder Kupfer, das universelle Sägeblatt der Bandsäge kommt mit allen Materialien klar. 

Selbstverständlich können auf einer Bandsäge aber auch verschiedene Sägeblätter mit unterschiedlichen Zahnungen aufgespannt werden.

Mit der Bandsäge ganz einfach vom Brennholz zum Bastelholz

In deutschen Baumärkten ist richtiges Massivholz eher selten vorzufinden. Die Auswahl an Holz beschränkt sich in der Regel auf weiches Fichtenholz in allen möglichen Stärken und Formaten. Planst du bei einem Projekt allerdings die Verwendung von Hartholz oder gar dem Holz von Obstbäumen, landest du in der Regel bei einem Holzhändler mit weitaus höheren Preisen, als du sie vom Baumarkt gewohnt bist.

Benötigst du nur kleine Holzmengen, hilft dir die Bandsäge weiter. Mit der Bandsäge ist es möglich aus einem einfachen Stück Brennholz qualitativ hochwertiges Bastelholz herzustellen.

Hierfür sägst du das Brennholz mit der Bandsäge in entsprechend dicke Streifen. Der Parallelanschlag der Säge sorgt dafür, das sämtliche Holzstreifen exakt das gleiche Format haben. 

Nachdem die gesägten Streifen trocken sind, kannst du diese mit einem Hobel und einer Schleifmaschine begradigen und für dein Projekt verwenden. Egal ob als Rohmaterial oder als Holzplatte verleimt, ein Projekt aus Massivholz wirkt immer hochwertig!

Da das Sägeblatt im Gegensatz zu dem der Kreissäge sehr dünn ist, ist es mit der Bandsäge möglich sehr dünne Holzstreifen zu sägen. Diese kannst du beispielsweise als Furnier verwenden oder mittels Holzleim mehrschichtig in Radien verleimen.

Da das Sägeblatt der Bandsäge durchgehend ist und an der Ober- sowie der Unterseite über Rollen geführt wird, ist der Sägeschnitt immer exakt 90°. Wer hier Schnitte in anderen Winkeln herstellen möchte, der kann den Sägetisch im Bereich von -4 bis 46° verstellen. Hierdurch sind durch geschicktes Drehen des Werkstücks alle erdenklichen Winkel möglich.

Das Aussägen von Formen

Beim Aussägen von Formen kommt in der Regel die Stichsäge zum Einsatz, die -wie bereits erwähnt- in nahezu jedem Haushalt vorhanden ist. Reflexartig greift der Heimwerker hier zur Stichsäge. Wer bereits öfter mit der Stichsäge gearbeitet hat, kennt neben den vielen Vorteilen dieses Sägetyps auch die Nachteile. Beim Sägen mit der Stichsäge wird die Säge mit einer Hand geführt, daher bleibt zum Festhalten des Werkstücks nur noch eine Hand übrig. Wer dies einmal mit der Bandsäge gemacht hat, der lernt den Einsatz der zweiten Hand beim Führen des Werkstücks zu schätzen, kurvige Schnitte gelingen mit der Bandsäge nach ein wenig Übung nahezu perfekt. Die für die Stichsäge typischen Ausrisse der Holzfasern an der Unterseite existieren bei einem Schnitt mit der Bandsäge nicht.

Die Bandsäge im Möbelbau

Beim Bau von Möbeln werden heutzutage meist Dübel, Flachdübel und Schrauben verwendet, wer allerdings besonders stabile Holzverbindungen herstellen möchte setzt auf Schwalbenschwanz- und Zapfenverbindungen. Diese klassischen Verbindungen lassen sich zwar auch auf traditioneller Weise mit Handwerkzeug herstellen, doch beim Einsatz der Bandsäge kannst du hier jede Menge Zeit sparen.

AutorHauke Leweling
Lesezeit10 Minuten

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