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Bohren in Metall leicht gemacht

Vor Projekten, bei denen es darum geht Metallprofile oder Ähnliches zu bearbeiten, schrecken viele Heimwerker zurück. Grund hierfür ist in der Regel die mangelnde Erfahrung im Umgang mit diesem Material. Mit Holz kennt man sich aus, bei Holz weiß man wie es reagiert. Kein Wunder, waren doch schon die Baumhäuser in frühester Jugend aus Holz zusammengezimmert. Dass der Umgang mit Metall nicht großartig anders und keinesfalls komplizierter ist, wollen wir dir mit diesem Artikel beweisen.

Worauf gilt es beim Bohren in Metall zu achten?

Wir wissen alle, dass Metall bei Weitem härter ist als Holz. Daher gibt es hier ein paar Regeln zu beachten. Wenn du diese beherzigst, sollte der Umgang mit dem Material Metall kein Problem für dich sein.

Der richtige Bohrer für Metall

Für das Bohren in Metall, benötigst du einen HSS Bohrer, HSS steht für High Speed Steel Bohrer. Diese Bohrer zeichnen sich über einen Spitzenwinkel von 118 Grad aus. Willst du allerdings härtere Metalle wie etwa Edelstahl bohren, benötigst du HSS Bohrer mit einem Spitzenwinkel von 135 Grad. Diese etwas flacheren Bohrer lassen sich beim Bohren in hartes Metallen zu Beginn weitaus besser zentrieren.

Nach dem Bohren entgraten oder senken

Da die Kante des Bohrlochs sehr scharfkantig ist, solltest du diese stets mit einem Senker entgraten. So vermeidest du Schnittverletzungen an den Händen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, wenn eine Senkkopfschraube zum Einsatz kommen soll, das Loch am Ende entsprechend mit einem Senker zu bearbeiten. So taucht der Kopf der Schraube bündig in das Metall ein. Beim Senker wird zwischen Kegel- und Querlochsenkern unterschieden. Der Kegelsenker verfügt über zwei bis drei Schneiden und ist Kegelförmig. Der Querlochsenker verfügt dagegen über einen runden Kopf. Querlochsenker neigen im Vergleich weniger zum Rattern und produzieren somit eine bessere Oberflächenqualität.

Bohrlöcher ankörnen

Wir empfehlen dir, die geplanten Bohrlöcher, bevor du die Bohrmaschine ansetzt, mit einem Körner und einem Hammer anzukörnen. Dadurch verläuft der Bohrer weniger schnell und deine Löcher werden zum einen präziser und zum anderen einfacher zu bohren. Körner gibt es in den unterschiedlichsten Größen und Härten im Baumarkt deines Vertrauens.

Die richtige Drehzahl

Besonders wichtig ist es, die Drehzahl beim Bohren herunter zu regeln. Löcher in Metall bohrt man mit deutlich weniger Umdrehungen pro Minute als Löcher in Holz. Ein Loch mit 8mm Durchmesser in ein Eisenprofil, bohrst du mit rund 1800 Umdrehungen pro Minute. Bei Edelstahl oder anderen harten Metallen genügen bereits 560 Umdrehungen.

Vorsicht vor den Metallspänen

Beim Bohren von Metallen entstehen lange durchgängige und vor allem gefährlich scharfe Späne, wenn diese zu lang werden, treibt die Fliehkraft sie nach außen. Nimmst du beim Bohren kurzzeitig den Druck von der Bohrstelle, brechen die Späne ab und können gar nicht erst zur Gefahr für dich werden!

Für Metall eignet sich die Säulenbohrmaschine am besten

Da es bei harten Materialien wichtig ist, die Bohrungen im richtigen Winkel vorzunehmen, empfiehlt es sich hier anstatt zur herkömmlichen Bohrmaschine zur Säulenbohrmaschine zu greifen. Hier ist es leicht, die Löcher exakt im 90° Winkel zu bohren. Im Gegensatz zu Holz, verzeiht Metall keine schiefen Bohrungen. Darüber hinaus, bieten Säulenbohrmaschinen diverse Möglichkeiten, wie etwa den Maschinenschraubstock, um das Werkstück fest einzuspannen. Besonders beim Bohren in Metallrohre ist eine Säulenbohrmaschine Pflicht.

Bei großen Löchern besser vorbohren

Willst du größere Löcher bohren, ist es eine gute Idee, die Löcher im Vorfeld mit einem kleineren Bohrer vorzubohren. Bohrer mit einem großen Durchmesser neigen beim direkten Einstieg ins Material dazu, schnell zu verlaufen. Das kleinere vorgebohrte Loch führt den Bohrer durch das Material und nimmt gleichzeitig temperaturbedingte Spannungen.

Stufenbohrer

Große Löcher lassen sich im Übrigen auch gut mit einem so genannten Stufenbohrer fertigstellen. Ein Stufenbohrer ist ein konischer Bohrer welcher über verschiedene “Etagen” in unterschiedlichen Durchmessern verfügt. Mit einem Stufenbohrer definiert man den Lochdurchmesser durch die Eintauchtiefe des Bohrers.

Bohrstellen mit Schneidöl versehen

Sobald es darum geht Metall, welches dicker als ein Blech ist zu bohren, solltest du die Bohrstelle dringend mit einem Spritzer Schneidöl versehen. Schneidöl kühlt einerseits das Werkstück sowie den Bohrer, andererseits sorgt es dafür, dass der Bohrer nicht zu schnell stumpf wird.

AutorHauke Leweling
Lesezeit7 Minuten