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Brennholz Ratgeber

Tipps zum Schneiden, Lagern und Anfeuern

Es gibt nichts Schöneres als die wohlige Wärme eines Feuers. Ob an lauen Sommernächten mit Freunden um ein knisterndes Lagerfeuer vereint oder an kalten Winterabenden vor einem Schwedenofen gekuschelt. Mit Hilfe von Brennholz entstehen oftmals die schönsten Abende. Um an dieses zu gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder kann man Brennholz kaufen oder sich das Kaminholz selbst zuschneiden. Egal für welche Methode ihr euch entscheidet, wir beantworten die am häufigsten gestellten Fragen und liefern euch noch viele weitere Informationen!

 

1. Die Kettensäge im Einsatz

Allgemein gilt vor jedem Gebrauch der Kettensäge zu prüfen, ob alle Bauteile der Säge festgeschraubt sind und die Kettenbremse einwandfrei funktioniert. Zusätzlich muss darauf geachtet werden, dass die Kette gespannt ist. Schneidet die Kette nicht mehr einwandfrei, so sollte sie vor Verwendung mit Hilfe eines Sägekettenschleifgerätes schnell und schonend geschärft werden.

 

1.1 Arten von Kettensägen: Welche Kettensäge für was?

Grundsätzlich werden nun drei gängige Kettensägen Typen unterschieden:

Akku-Kettensäge

Eine Akku-Kettensäge ist mit ausreichender Akkupower sowohl kraftvoll, handlich als auch gehörschonend. Vor allem bei Holzarbeiten im Garten ist diese leise Kettensäge eine sinnvolle Alternative zur Benzin-Kettensäge. Zudem ist sie umweltschonender, da sie keine Abgase produziert und bei längeren Arbeiten ist weniger Körperkraft von Nöten.

Bei der Wahl des Akkus würden wir 2x 5,2 Ah Akkus empfehlen, um problemlos und über längere Zeit Brennholz schneiden zu können. Unsere Kettensäge GE-LC 36/35 hat beispielsweise eine Geschwindigkeit von 15 m/s, wird der Klasse 1 zugeordnet und meistert somit auch größere Stämme.

Benzin-Kettensäge

Eine Benzin-Kettensäge besticht hingegen durch ihre Leistungsstärke. Sowohl die Motorleistung als auch die Drehzahl der Benzin-Motorsäge sind der der Akku- sowie der Elektrokettensäge klar überlegen. Zudem ist ihre Reichweite unbegrenzt, da man auch hier, unabhängig von einer Steckdose, Holz schneiden kann. Jedoch kann im Gegensatz zur Akku-Kettensäge, der Geräuschpegel unter Belastung schnell einen Wert von über 100 db(A) erreichen.

Elektro-Kettensäge

Eine Elektro-Kettensäge ist im Gegensatz zu den zwei anderen Kettensägen Typen sehr bedienungsleicht. Es muss lediglich das Kettenhaftöl aufgefüllt werden und das Kabel an der Steckdose angesteckt werden. Sie verursacht keine umweltschädlichen Abgase und ist im Vergleich zur Benzin- und Akku-Kettensäge die kostengünstigste Alternative.

Jedoch ist die Elektro-Kettensäge für den Gebrauch in schwer zugänglichem Gelände eher nicht zu empfehlen, da man immer eine Stromquelle in unmittelbarer Nähe benötigt. Außerdem birgt das Kabel auch immer einer Gefahr, zum einen als Stolperfalle zum anderen durch das Gefahrenpotenzial, sollte das Kabel versehentlich durchtrennt werden.

1.2 Die Schutzkleidung: Diese Sicherheitshinweise solltest du beachten

Zum richtigen Umgang mit der Kettensäge darf natürlich eine angemessene Sicherheitsbekleidung nicht fehlen.

Eine Schnittschutzhose können wir daher nur empfehlen. Sie schützt den vorderen Beinbereich vor Verletzungen. Es spielt dabei keine Rolle, ob man mit einer Akku-, Benzin- oder Elektro-Kettensäge arbeitet.

Ein weiteres wichtiges Utensil stellen Schnittschutzschuhe dar. Diese sind mit einer Schnittschutzeinlage versehen, haben eine griffige Sohle und durch eine Nässeschutzmembran sind viele Modelle perfekt für jegliche Witterungsverhältnisse geeignet.

Beim Arbeiten im Wald wird auch das Tragen eines Schutzhelms empfohlen. Dieser schützt vor herabfallenden Ästen, kann - je nach Helmart - ausreichenden Gehörschutz bieten und sorgt zusätzlich dafür, dass der Träger gut gesehen werden kann, wenn man sich für eine grelle Helmfarbe entscheidet.

Eine Schnittschutzjacke und griffige Arbeitshandschuhe sorgen zusätzlich für Sicherheit beim Brennholz schneiden und anderen Sägearbeiten.

1.3 Gesetzliche Grundlagen zum Brennholz schneiden

Nicht nur die Sicherheitskleidung spielt beim Holz schneiden eine wichtige Rolle. Auch die gesetzlichen Vorgaben dürfen nicht außer Acht gelassen werden.

So ist zum Beispiel nach § 39 (5) im Bundesnaturschutzgesetz festgehalten, dass Bäume, welche sich außerhalb des Waldes oder auf gärtnerisch genutzten Grundflächen befinden, sowie Hecken, Gebüsche und andere Gehölze, zwischen dem 01. März und 30. September nicht gefällt werden dürfen. Dies gilt dem Vogelschutz, da in dieser Zeit Vögel in Bäumen und Sträuchern nisten. In diesem Zeitraum dürfen Bäume ausschließlich mit Genehmigung gefällt werden. Schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung der Bäume sind hingegen zulässig.

Wer Bäume fällen möchte, sollte sich dieses Unterfangen am besten zwischen November und Februar vornehmen, da in dieser Zeit das Holz nur wenig Wasser enthält und somit kürzere Trockenzeiten benötigt.

Wenn man auf der sicheren Seite sein möchte, sollte man sich jedoch die lokalen gesetzlichen Vorgaben zu Gemüte ziehen, da einzelne Ordnungspunkte von Kommune zu Kommune Unterschiede aufweisen können.

1.4 Brennholz selbst im Wald schneiden - Darf man das?

In der Zukunft kannst du den Weg in den Wald natürlich auch selber wagen. Hierfür benötigt man lediglich eine vernünftige Kettensäge, den entsprechenden Arbeitsschutz und nicht zu vergessen den so genannten “Kettensägen Führerschein”. Dieser Schein kann entweder bei der Volkshochschule oder beim Förster in einem zweitägigen Lehrgang erworben werden. Bevor man sich allerdings auf den Weg in den Wald macht, sollte man mit dem örtlichen Förster sprechen oder an einer so genannten Brennholzauktion teilnehmen. Wann diese stattfinden findest du in der Regel auf der Internetseite deiner Gemeinde.

1.5. Welches Holz ist als Brennholz geeignet?

Holz ist nicht gleich Holz. Spätestens wenn du Angebote für das Kaminholz einholst, wirst du je nach Holzart verschiedene Preise genannt bekommen. Als Faustregel gilt hier, je höher der Brennwert des Materials ist, desto höher liegt auch der Preis pro Raummeter. Interessanter Weise unterscheidet man bei der Wahl des richtigen Brennholzes nicht zwischen Nadel- oder Laubhölzern, sondern zwischen Weich- und Harthölzern.

Im Volksmund wird gerne verallgemeinert: Nadelholz bezeichnet man meist als Weichholz und Laubholz als Hartholz.

Offiziell fallen alle Hölzer mit einer Trockenmassedichte größer als 550 kg/m3 hierbei unter die Rubrik Harthölzer. Unter diesem Wert spricht man von Weichhölzern. Dementsprechend fallen auch manche Laubbäume, wie z.B. Weide, Erle, Linde oder der Kirschbaum unter die Kategorie Weichholz. Der Vorteil des Hartholzes ist seine lange Brenndauer, was weniger Nachlegen erfordert. Allerdings entsteht mehr Asche als bei Weichhölzern. Aufgrund der niedrigeren Holzdichte entwickeln Weichhölzer jedoch eine höhere Verbrennungstemperatur. Grundsätzlich hat jede Baumart seine Vor- und Nachteile. Hier die Brennholz-Klassiker:

Buche und Eiche

Buche und Eiche gehören zu den wohl klassischsten Brennholzarten. Durch ihren vergleichsweise hohen Heizwert brennt dieses Hartholz mit einem schönen Flammenbild und einem angenehmen Geruch ab. Buchenholz ist zudem für alle Ofenarten geeignet. Diese Holztypen sind die mit Abstand beliebtesten und somit teuersten Sorten. Dies liegt unter anderem auch an der langen Trocknungszeit, welche diese Hölzer benötigen.

Fichte

Fichtenholz gehört zu den Weichhölzern und brennt im Vergleich zu anderen Holzarten sehr schnell ab. Durch seinen hohen Gehalt an Harzen erreicht dieses Holz sehr schnell eine hohe Temperatur. Für den Einsatz in offenen Kaminen ist Fichtenholz allerdings ungeeignet, da die Harzblasen im Holz bei entstehender Hitze schnell aufplatzen und die Glut umherspritzt. Durch das Harz werden sowohl Kaminscheibe wie auch Schornstein stark verschmutzt. Deshalb wird Fichtenholz überwiegend zum Anheizen und Verheizen in Speicheröfen oder Holzvergaserkesseln verwendet.

Birke

Die Birke zählt auch zu den Harthölzern und ist das wohl attraktivste Brennholz. Aufgrund der weißen Rinde macht Birkenholz optisch mehr her als alle anderen Holzarten. Durch die im Birkenholz enthaltenen ätherischen Öle brennt das Holz bläulich mit einem angenehmen Geruch ab.

2. Brennholz schneiden

Nach dem erfolgreichen Baumfällen, geht es nun an die weitere Verarbeitung des Holzes.

2.1 Kettensäge

Als erstes wird der Baum nun mit der Kettensäge entastet. Die Kettensäge sollte sich beim Schneiden dabei immer seitlich vom Körper befinden. Falls man abrutscht vermeidet man so, in die Kettensäge zu fallen. Der Hauptstamm wird nun für den Transport in ca. 1m große Stücke zersägt. Genauso werden auch die größeren Äste zersägt.

Später stellt man die Holzstämme auf einen Holzspalter und spaltet diese zweimal. Hierbei wird der Stamm nach dem ersten Spalten um 90 Grad gedreht, bevor er erneut gespalten wird. So ergeben sich am Ende vier gleichgroße, 1m lange Holzstücke. Alternativ kann man sich hier auch einen Keil zur Hilfe nehmen, um das Holz zu spalten oder man platziert den Stamm auf einem Kettensägebock. Dann wird er, genau wie beim Holzspalter, zweimal der Länge nach mit der Kettensäge zersägt. Die Stämme haben jetzt die Größe der Äste und können zur Trocknung gelagert werden. (siehe Lagerung)

Nach einer entsprechenden Trockenzeit werden die Hölzer mit der Tischkreissäge zu fertigen Brennholzscheiten zerschnitten.

2.2 Tischkreissäge

Beim Zerkleinern der Holzstämme mit der Tischkreissäge spielt auch die Wahl des Sägeblattes eine wichtige Rolle. Je nach Art des Holzes kommt hierbei ein anderes Sägeblatt in Frage.

So möchte man bei der Brennholzverarbeitung mit möglichst geringem Kraftaufwand das Holz zerschneiden. Die Feinheit des Schnitts ist dabei eher zweitrangig. Dementsprechend können ohne Bedenken CV (Chrom Vanadium) Sägeblätter verwendet werden. Komplett aus Stahl, leicht zum Nachschleifen und relativ günstig können diese in Baumärkten erworben werden. Bei Längsschnitten in Massivhölzern eignen sich grobe Sägeblätter mit wenigen Zähnen. Falls Stämme quer zersägt werden, sollte ein Feinsägeblatt, bei dem die Kanten weniger ausreißen, verwendet werden.

2.3 Häcksler / Axt

Die Zweige können mit Hilfe eines Häckslers zu Hackschnitzeln verarbeitet werden und dienen später als Mulch. Alternativ können diese auch mit einer Axt zerkleinert und anschließend getrocknet werden, sodass sie später als Anzündhilfe fungieren können.

3. Brennholz kaufen: Das musst du wissen!

3.1 Bezugsquellen

Kaminholz kann von unterschiedlichen Quellen bezogen werden. Im ersten Jahr der Kaminnutzung sollte man allerdings auf mindestens zwei Jahre abgelagertes Kaminholz, mit einer Restfeuchte von im Optimalfall 14%, zurückgreifen. Wenn man es jedoch bequem mag, kann man dieses natürlich auch im Baumarkt zu vergleichsweise hohen Preisen kaufen. Hohe Qualität und vor allem bessere Angebote machen allerdings lokale Händler. Diese inserieren häufig in den bekannten Anzeigenbörsen im Internet und beliefern Kunden auch kurzfristig. Meist handelt es sich dabei um Privatpersonen die im Nebenerwerb das Holz aus dem Wald beziehen und passend vorbereiten.

3.2 Maßeinheiten für Brennholz

Wer erstmalig Preise für Kaminholz einholt, wird sehr schnell über kryptisch klingende Maßeinheiten stolpern. Diese sind auf den ersten Blick verwirrend, aber recht schnell zu verstehen.

Stermeter (sm)

Ein Stermeter ist die Menge Holz, welche sich in einen Behälter mit den Maßen 1x1x1 Metern (ein Kubikmeter) mit Luftzwischenräumen stapeln lässt. Natürlich ist hierbei die tatsächliche Menge anhängig von der Scheitlänge und der Form des Holzes.

Schüttraummeter (srm)

Dieses Maß ähnelt dem Stermeter, hier wird jedoch nicht gestapelt, sondern geschüttet. Somit befindet sich im Vergleich zum Raummeter mehr Luft in der Lieferung.

Festmeter (fm)

Ein Festmeter ist der theoretische Würfel bestehend aus massiven Holz, mit einer Kantenlänge von genau einem Meter. Zur Ermittlung eines Festmeters wird der Holzstamm vermessen und das Volumen errechnet. Beim Festmeter existieren demnach keinerlei Lufteinschlüsse.

4. Brennholz Lagerung: So vermeidest du gefährliche Schadstoffe und Fäulnis

Frisch geschnittenes Holz ist nicht zum Heizen geeignet, denn es hat meist einen Feuchtigkeitsgehalt von 50 bis 65 %. Feuchtes Holz sollte daher so lange gelagert werden, bis ein Wert von unter 20 % erreicht ist. Beim früheren Verheizen können gefährliche Schadstoffe freigesetzt werden und sich Ruß im Ofen oder Kamin bilden.

Beim Heizen mit getrocknetem Holz passiert dies nicht. Nadelhölzer haben eine Trocknungszeit von ca. 12 Monaten. Bei Laubbäumen beträgt die optimale Lagerungszeit hingegen ca. 3 Jahre. Zusätzlich ist beim Thema Brennholz darauf zu achten, dass das es nicht zu lange gelagert wird, da ansonsten der Heizwert sinkt. So sinkt der Brennwert ab dem 5. Lagerungsjahr jährlich um 5 %. Brennholz sollte in Räumen mit zirkulierender Luft aufbewahrt werden, um Fäulnis zu vermeiden. Deswegen sind Garage und Keller eher weniger als Lagerungsort geeignet. Zusätzlich sollte das Holz keinen direkten Bodenkontakt haben, da die Hölzer ansonsten die Bodennässe aufnehmen könnten.  Eine Plane oder im besten Fall ein Dach sollte das Feuerholz zusätzlich vor schlechter Witterung schützen. Deshalb bietet sich ein Brennholzregal an, da dieses die gerade genannten Ansprüche erfüllt. (linkes Foto)

Eine kostengünstigere Alternative ist rechts im Bild zu sehen. Steinklötze und ein darauf aufgebauter Rahmen aus längeren Holzstämmen bilden dabei das Fundament. Anschließend werden die mittelgroßen Äste und die gespaltenen Holzstämme auf diesem aufgerichtet. An den Seiten sollten immer jeweils ca. 5 Stämme nebeneinandergelegt werden. Nach jeder Schicht wird das Scheitholz genau entgegengesetzt angeordnet. So entstehen stabile Säulen auf beiden Seiten und die runden Äste können problemlos den Hohlraum in der Mitte auffüllen. Schlussendlich wird die Konstruktion noch mit einem Wellblech oder einer Plane bedeckt. Der Witterungsschutz sollte noch mit Steinen o.ä. fixiert werden.

5. Brennholz Anfeuern - Wie wird der Ofen richtig angeheizt?

Auch das Anheizen eines Kaminofens will gelernt sein. Es kommt auf die richtige Reihenfolge an. Aber bevor mit dem Bestücken des Kamins begonnen werden kann, sollte die Asche entfernt werden. Wenn das erledigt ist, kann der Kaminofen klassisch befüllt werden.

 

5.1 Kachelofen

Bei einem Kachelofen werden als erstes Anzünder in den Ofen gelegt. Wie ihr einen Holz-Anzünder ganz leicht mit Resthölzern selbst basteln könnt, erfahrt ihr im Video:

Alternativ eignen sich im Handel gekaufte Brennhilfen, aber auch kleine Holzstücke und Zweige. Anschließend werden noch ein paar größere Holzscheite in den Ofen gelegt. Es sollten aber nicht zu viele große Scheite aufgerichtet werden, da sich die Feuerstelle langsam aufheizen und konstante Wärme spenden soll. Wenn zu viel Holz im Ofen ist, erhitzt er sich zu schnell, was schlecht für die Lebensdauer des Kachelofens ist. Ist er nun fertig bestückt, so kann das Anzündholz unten im Ofen angezündet werden.

 

5.2 Schwedenofen

Bei modernen Kaminöfen ist hingegen empfehlenswert die Feuerstelle von oben anzuzünden. Dabei richtet man den Kamin genau gegensätzlich ein. Unten werden die großen Scheite gestapelt und darauf werden dann z.B. Holzwolle und das Anzündholz aufgerichtet. Diese Variante wird auch vom Kaminkehrer empfohlen, da sich der Ofen mit dieser Methode langsam erhitzen kann und dadurch kein unnötiger Verschleiß der Glasscheibe und der Brennkammer entsteht.

Mit diesen Tipps und Tricks wünsche ich euch schöne, wohlige Abende. :)

Eure Silvana

 

AutorSilvana Muhr
Lesezeit12 Minuten

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