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Pflege von Laminat

Das Laminat ist verlegt und nun? Wer gerade einen nagelneuen Laminatboden verlegt hat oder verlegen ließ, will nicht gleich alles wieder zunichtemachen. Beschädigungen sind schnell geschehen: Ob Dellen oder Kratzer beim Umzug oder beim unachtsamen Verrücken von Möbeln. 

Wir zeigen dir, wie du den Boden am schonendsten reinigst und gröbere Verschmutzungen oder gar Beschädigungen von Anfang an vermeidest, damit die Freude an deinem neuen Laminatboden lange bestehen bleibt.

Der Aufbau von Laminat

Bevor ich allerdings auf die lebenserhaltenden Tipps für Laminat eingehe, schauen wir uns kurz an, wie Laminat überhaupt aufgebaut ist und aus welchen Materialien und Schichten ein “einfaches” Laminatbrett überhaupt besteht.

Der Hauptbestandteil von Laminat ist eine unempfindliche HDF-Trägerplatte, bestehend aus einem Holzfaserstoff. Abgesehen von Feuchtigkeit kann dieser Schicht so schnell nichts anhaben. Auf der Grundplatte befindet sich das eigentliche Dekor, eine bedruckte Folie welche in der Regel in Holzoptik gehalten ist. Diese Folie ist der einzige Teil des Laminats, der für die Optik zuständig ist. Geschützt wird das Dekor durch eine Versiegelung aus Harz. All diese Schichten werden bei der Herstellung mittels Hitze und Druck miteinander verbunden.

Schäden von Anfang an vermeiden

Schäden am Laminat lassen sich am besten vermeiden, indem man es behutsam behandelt. Das ist natürlich nicht immer möglich, vor allem in Haushalten mit Kindern oder Tieren ist schneller ein Malheur passiert, als man gucken kann. Beachtest du hier allerdings ein paar Grundsätze, wirst du lange Spaß an deinem neuen Bodenbelag haben.

Bearbeiten der Bruchstelle

Weil die Bruchstelle nach dem Trennen der Flasche noch sehr uneben und vor allem scharfkantig ist, muss diese nun noch bearbeitet werden. Dazu benötigst du Schleif- und Poliermittel in verschiedenen Körnungen. Wichtig ist es, wasserfestes Schleifpapier zu verwenden, da Glas immer nass geschliff en werden muss. In unserem Fall verwenden wir einen 120er Diamantschleifklotz (gibt es im ausgewählten Fachhandel), und Schleifpapier mit den Körnungen 180, 320, 400, 1.000 und 1.500). Mit dem Multischleifer und speziellem Polieraufsatz, kann die Kante dann sauber aufpoliert werden.

Stöckelschuhe - Lieber nicht!

Nicht nur Stöckelschuhe können das Laminat dauerhaft zerkratzen.

Stöckelschuhe, Pumps oder neudeutsch auch High Heels genannt, waren schon bei klassischem Parkett ein wahrer Killer! Bei Laminat wurde die Gefährlichkeit, dieses eher von weiblichen Mitbewohnern getragene Kleidungsstück, zwar entschärft, doch wir empfehlen trotzdem hohe Absätze lieber draußen an der Haustür auszuziehen. Gerade Schuhmodelle mit Pfennigabsätzen können die Oberflächenversieglung verkratzen oder gar zerstören. Eine verkratzte Oberfläche ist eher als optischer Mangel zu betrachten. Wenn aber Wasser ins Spiel kommt, zum Beispiel bei Parkett im Bad oder Küche, kann sich der Kratzer schnell zu einem Totalschaden entwickeln.

Dreckige Straßenschuhe draußen lassen

Unter den Sohlen von Straßenschuhen haftet allerlei feiner Schmutz, vor allem feine sandige Verunreinigungen wirken im Extremfall wie Sandpapier auf der Versiegelung des Laminats. Lässt du diesen feinkörnigen Schmutz auf dem Bodenbelag liegen, zerkratzt die Oberfläche des Laminats. In der Regel sind derartige Kratzer nur bei direktem Lichteinfall sichtbar, dann sind sie aber umso ärgerlicher. Im Idealfall lässt man die Straßenschuhe vor der Tür stehen und schlüpft in weiche Hausschuhe. Das ist sowieso viel bequemer! Achte in jedem Fall darauf, dass Straßenschuhe auf der Fußmatte gründlich gereinigt werden.

Möbel mit Filzgleitern versehen

Tische, Stühle aber auch Regale solltest du an der Unterseite mit so genannten Filzgleitern versehen. Filzgleiter gibt es für wenige Euro im Baumarkt zu kaufen. Diese sind in der Regel mit einer selbstklebenden Seite versehen, welche sich binnen weniger Sekunden unter das Möbelstück kleben lässt. Durch ihre weiche, filzige Oberfläche verhindern die Gleiter ein Zerkratzen bei Bewegungen.

Da auch Bürostühle mit Rädern auf Dauer die Versiegelung des Laminats angreifen, solltest du hier zwingend eine Bodenschutzmatte aus Gummi unterlegen. Diese kosten nicht die Welt und sind im Bürofachmarkt oder im Internet zu kaufen.

Verschüttete Flüssigkeiten

Um ein Aufquellen des Laminats bei verschütteten Flüssigkeiten zu verhindern, sollten diese umgehend nach dem Malheur aufgewischt werden. So werden schwere Schäden vermieden. Kleinere Mengen sind nicht weiter tragisch, sollten aber dennoch wieder entfernt werden.

Was tun, wenn es zu spät ist?

Die oben erwähnten Punkte sollte man im Idealfall gänzlich vermeiden. Da wir in der Regel im Haus auch wohnen und vor allem leben, passieren kleine Missgeschicke aber trotzdem. Das ist wenn man schnell reagiert nicht unbedingt ein Problem, bedeutet allerdings ein wenig Arbeit für dich.

Kleine Kratzer mit Öl beseitigen

Befinden sich auf dem Laminatboden kleine Kratzer durch sandige Verunreinigungen, lassen sich diese mit ein wenig Öl beseitigen. Hier bieten sich Baby- und Olivenöl an. Bitte greif keinesfalls zu Motoröl! Nachdem du die beschädigte Stelle mit einem feuchten Tuch gereinigt hast, poliere sie mit einem in Oliven- oder Babyöl getränktem Tuch. Die Kratzer verschwinden zwar nicht vollständig, sind aber nicht mehr so gut zu sehen. Um die Rutschgefahr zu minimieren und um Unfälle zu vermeiden wird überschüssiges Öl hinterher mit einem trockenen Tuch entfernt.

Tiefe Kratzer und kleine Löcher ausbessern

Sobald die Kratzer etwas tiefer sind oder sich sogar kleinere Löcher oder Dellen im Laminat befinden, muss zu speziellen Mitteln gegriffen werden. Im Baumarkt gibt es so genannte Reparaturkits für Laminat. In diesen Kits befinden sich Wachsstifte in verschiedenen Farben. Diese erwärmst du und drückst das Wachs in die jeweilige Beschädigung. Überschüssiges Wachs wird mit einem kleinen, dem Set beiliegendem Hobel entfernt, dadurch verschwinden Unebenheiten in der Oberfläche.

Ist die Beschädigung zu gravierend, wirst du nicht umhin kommen, das entsprechende Brett komplett zu ersetzen. Da Laminat in der Regel nicht verklebt wird, ist dies problemlos mit ein wenig Fleiß machbar.

Laminat richtig reinigen

Neben den genannten Möglichkeiten um Beschädigungen auszubessern, benötigt Laminat natürlich eine gewisse Grundpflege. Welche Möglichkeiten sich hier bieten und welche Mittel am geeignetsten sind erfährst du im folgenden Abschnitt.

Saugen oder Fegen?

Staubsauger ist dem Besen vorzuziehen.

Bei Laminat ist der Staubsauger dem Besen eindeutig vorzuziehen. Während der Besen den Schmutz über den Boden verteilt und dabei im schlimmsten Fall Schleifspuren hinterlässt, entfernt der Staubsauger den Schmutz direkt da, wo er liegt. Solange man den Staubsauger im Mietshaus nicht nach 22:00 Uhr startet, ist dieser dem Besen immer überlegen!

Nicht zu nass wischen!

Beim Wischen von Laminat ist es wichtig, darauf zu achten, das Wischtuch nicht zu feucht zu machen! Ein Wort welches in diesem Zusammenhang häufig fällt lautet “Nebelfeucht”! Doch was ist nebelfeucht eigentlich? Ein nebelfeuchtes Wischtuch hinterlässt auf dem Boden so viel Feuchtigkeit wie Nebel es im Garten tut. Das klingt natürlich mehr als eigenartig! Sieh einfach zu, dass du das Laminat nicht in Wasser ertränkst und beim Wischen grundsätzlich ein gut ausgewrungener Lappen zum Einsatz kommt.

Ist der Lappen zu nass, kann Feuchtigkeit zwischen die einzelnen Bretter gelangen. Dass ist bei wenig Feuchtigkeit nicht wirklich schlimm, sollte aber trotzdem vermieden werden. Die Kanten der einzelnen Bretter sind in den meisten Fällen gegen das Eindringen von Feuchtigkeit geschützt, beim Verlegen kann diese Imprägierung allerdings beschädigt werden. Auch Schnittkanten sind nicht geschützt!

Vor dem eigentlichen Wischen solltest du den Raum gründlich aussaugen, das verhindert ein Verschmieren von groben Verunreinigungen und beugt der Bildung von Streifen und Schlieren vor.

Das richtige Reinigungsmittel

Wenn du dich im Drogeriemarkt umsiehst, wirst du schnell feststellen, dass es für die Reinigung von Laminat eine Vielzahl an unterschiedlichen Reinigungsmitteln von etlichen Herstellern gibt. Wirklich notwendig sind solche Spezialreiniger allerdings in den wenigsten Fällen! Natürlich versuchen die Hersteller dir etwas anderes mitzuteilen!

Bei nur leicht verschmutztem Bodenbelag ist klares Wasser ohne Zusätze der einfachste und kostengünstigste Reiniger. Sobald die Verschmutzung ein wenig stärker ist, reicht bereits ein wenig Neutralreiniger vollkommen aus. Auf jedem Fall solltest du auf “scharfe” Reinigungsmittel, wie beispielsweise Scheuermilch oder Scheuerpulver verzichten. Diese Mittel verkratzen die sensible Oberfläche und sind nur für Liebhaber des Milchglaseffekts zu empfehlen.

Fest angetrockneter Dreck oder Kaugummis lassen sich vor dem Wischen am besten vorsichtig mit einem Kunststoffspachtel lösen und mit dem Staubsauger entfernen.

Gar nicht so kompliziert wie es scheint

Wenn du dich an diese Regeln hältst, wirst du lange Spaß an deinem Laminatboden haben. Auch wenn es sich zu Anfang kompliziert anhört, werden diese Punkte schnell Teil des täglichen Lebens.

AutorHauke Leweling
Lesezeit8 Minuten

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