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Tipps zum Rasen anlegen in wenigen Schritten

Kaum hat die Frühlingssonne das winterliche Grau vertrieben, erwecken ihre Strahlen auch den grünen Rasen wieder zum Leben und man kann die ersten Rasenmäher in der Nachbarschaft brummen hören. Um einen schönen Rasen im Garten mähen zu können, muss er es aber erst einmal gesät werden. Auch wenn der Trend mittlerweile – zumindest auf kleineren Flächen – zum Rollrasen geht, werden große Gelände nach wie vor noch konventionell angelegt. Das ist zwar mit einiger Arbeit verbunden, mit den richtigen Werkzeugen macht es aber durchaus Spaß.

Was die Dauer des Projektes angeht, so solltest du mit mehreren Wochen rechnen. Die Anlage einer neuen Rasenfläche besteht aus vier Phasen. Der Vorbereitung des Bodens, mehreren Wochen Wartezeit, in der sich der Boden setzen kann, und anschließend dem Säen und der Rasenpflege. Wie du eine Rasenfläche ohne Rollrasen neu und richtig anlegst, zeigt dir unsere Anleitung Schritt für Schritt.

Die Kosten eines perfekten Rasens

Zuvor ein kurzer Einschub über die Kosten. Pauschal lässt sich hier aber keine Aussage treffen. Folgende Posten solltest du beim Selbermachen aber auf jeden Fall einkalkulieren:

  • Die Miete für eine Bodenfräse oder Motorhacke,
  • die Miete für eine Rasenschälmaschine oder einen Rasensodenschneider (falls eine schon vorhandene Grasschicht entfernt werden muss),
  • die Kosten für ein Durchwurfsieb,
  • die Kosten für Startdünger,
  • die Miete oder Anschaffung einer Rasenwalze,
  • die Kosten für das Saatgut und
  • die Miete oder Anschaffung eines Streuwagens.

Gute Rasensamen starten für eine Fläche von 100 Quadratmetern je nach Anbieter und Mischung bei rund die 30 Euro. Hochwertige Rasenmischungen keimen und wachsen zwar langsamer als Billigmischungen, bilden dafür aber eine sehr dichte Grasnarbe. Außerdem benötigt man bei Qualitätssaatgut in der Regel weniger Samen pro Quadratmeter, was den höheren Preis relativiert. Rasensamen solltest du nicht zu lange lagern. Einige Gräserarten wie Rotschwingel sind im Folgejahr oft nicht mehr keimfähig.

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In welcher Jahreszeit den Rasen anlegen?

Wann du deinen Rasen ansäen kannst, hängt vornehmlich von der Bodentemperatur ab. Zum Keimen brauchen die meisten Gräser eine Bodentemperatur von mindestens 8 °C, optimal sind Lufttemperaturen zwischen 14 °C und 25 °C. Zusätzlich brauchen sie unbedingt ausreichend Feuchtigkeit in der Erde. Diese Bedingungen sind am ehesten im späten Sommer beziehungsweise frühen Herbst gegeben, weshalb sich diese Jahreszeit am besten für die Rasenaussaat eignet. Im September hat der Boden noch viel Wärme gespeichert und auch wetterbedingt ist häufiger mit Niederschlägen zu rechnen. Zu spät solltest du den Rasen im Herbst aber auch nicht anlegen, da einige Sorten durchaus drei bis vier Wochen brauchen, bis erste Grashalme aus der Erde sprießen. Die jungen Halme sind in der Regel genauso frostresistent wie das ältere Gras. Der Winter kann also kommen.

Der Herbst eignet sich noch aus einem anderen Grund gut für eine Neuanlage: Wenn die Bodenvorbereitungen im Frühjahr durchgeführt werden, wachsen im Sommer einige Unkräuter ungehindert auf der Fläche. Diese kannst du direkt ausgraben oder mit der Hand herausziehen. So können sie sich nicht dauerhaft in der Fläche einnisten. Diese Vorgehensweise ist zwar arbeitsintensiv, aber höchst effektiv und schont dabei den Boden.

Wer nicht bis zum Herbst warten will, kann das Gras auch im Frühjahr säen. Die notwendige Keimtemperatur erreicht der Boden im Garten allerdings meist erst zum April. Ab Mitte April bis Anfang Mai sind die Bodentemperaturen meist optimal, nur auf ausreichend Feuchtigkeit muss geachtet werden. Starke Hitzeperioden im frühen Juni können dem jungen Rasen leicht schaden und die ganze Arbeit zunichtemachen.

Unser Tipp: Ein idealer Tag zum Säen ist trocken, auch der Oberboden ist abgetrocknet und der Wetterbericht kündigt Niederschläge an.

Welche Rasensorte für einen schönen Garten?

Ob ein Rasen schön ist, hängt immer vom Betrachter ab. Dementsprechend bietet der Handel eine Vielzahl von Samenmischungen an. Manch einer möchte einen ganz feinen ebenmäßigen englischen Rasen, in dem keine Kräuter oder Blumen blühen sollen. Wer Kinder hat, sollte eher darauf achten, dass das Gras robust ist und tobende Kinder aushält. Wieder andere wollen auf ihrer Rasenfläche neben Gras auch viele Kräuter und Wildblumen sehen. Auch Klee und Gänseblümchen können sie verschönern. Alle diese Varianten und noch viele mehr gibt es in unterschiedlichen Rasenmischungen bereits fertig zu kaufen.

Viele Gärtner beraten ihre Kunden gern über die Rasen‐ und Blumenmischungen, die sie in ihrem Angebot haben. Eine solche Beratung kann sich lohnen. Zuvor solltest du dir Gedanken über die zukünftige Nutzung und die Lage machen. Davon hängt nämlich ab, welche Sorte die Richtige für dich ist.

Vor dem Säen: Boden richtig vorbereiten

Vor der Aussaat muss der Boden gut vorbereitet werden. Im ersten Schritt sollte jeglicher Bewuchs entfernt und die gesamte Fläche umgegraben werden. Wenn sich auf der Fläche schon eine Rasenschicht befindet, die nicht mehr weitergenutzt werden soll, kommt hier die Rasenschälmaschine oder der Rasensodenschneider zum Einsatz. Als Nächstes muss die Fläche umgegraben werden. Das geht am einfachsten mit einer Motorhacke oder – für Ambitionierte – mit einem Spaten.

Der humusreiche Oberboden, auch Mutterboden genannt, ist die nährstoffreichste Bodenschicht im Garten. Er reicht in der Regel bis in eine Tiefe von 20 cm. Wenn du zu tief gräbst, förderst du also nährstoffarme Bodenanteile nach oben. Die Kraft dafür kannst du dir getrost sparen. Ist die oberste Schicht dünner als 20 cm, solltest du die Rasenfläche mit Humus bzw. Mutterboden auffüllen, damit das Gras genug nährstoffreiche Erde zum Durchwurzeln hat.

Beim Umgraben solltest du Unkräuter, Wurzelreste und Steine entfernen. Je nach Bodenart kann man diesen noch verbessern. Dafür eignen sich zum Beispiel folgende Ergänzungen:

  • Fluss‐ oder Quarzsand auf (schwerem) Lehmboden,
  • Rindenhumus auf (leichtem) Sandboden oder
  • spezielle Rasenerde für normale Böden.

An dieser Stelle empfiehlt sich auch ein Blick auf den pH‐Wert des Bodens, um zu prüfen, ob du ihn kalken solltest. Ist der pH‐Wert zu niedrig, der Boden also zu sauer, hemmt dies das Wachstum der Pflanzen. Auf sandigen Böden, die ein geringes Pufferungsvermögen haben, sollte der pH‐Wert nicht unter 5,5 absinken, auf Lehmböden nicht unter 6,5. Für mittelschweren Boden liegt der Grenzwert bei 6,0.

Nach dem Umgraben, Auflockern und Verbessern sollte der Boden mindestens zwei, lieber mehr Wochen ruhen bevor das Saatgut ausgebracht wird. So kann sich der aufgelockerte Boden setzen. Nach dieser Wartezeit musst du die Oberfläche eventuell mit einem Rechen zu begradigen und Erdklumpen zerkleinern, die größer als ein Zentimeter sind. Auch eventuell bereits jetzt angewachsenes Unkraut und kleinere oder größere Steine können solltest du in diesem Arbeitsschritt von der Oberfläche entfernen.

Direkt vor der Saat solltest du den Boden noch einmal mit einer Walze planieren und letzte Unebenheiten ausgleichen. Eine Rasenwalze kannst du in nahezu jedem Baumarkt kaufen oder leihen. Wird die Oberfläche nicht gewalzt, ist die Rasenfläche später uneben. Außerdem finden umherfliegende Unkrautsamen an rauem Boden schneller Halt.

Aussaat: Am besten mit dem Streuwagen

Nachdem die zukünftige Rasenfläche mit der Rasenwalze eingeebnet wurde, kannst du mit dem Säen beginnen. Du kannst den Samen entweder mit der Hand oder dem Streuwagen möglichst gleichmäßig verteilen. Wir empfehlen dafür den Streuwagen, weil dieser die Rasensamen gleichmäßiger verteilt. Der Streuwagen kann später übrigens auch für das Aufbringen von Dünger und Kalk verwendet werden und ist somit durchaus eine Investition wert. Nun sollten etwa 20 – 25 Gramm Rasensamen pro Quadratmeter ausgebracht werden. Dieser Wert kann je nach verwendeter Rasensorte variieren, also lies im Vorfeld die Herstellerangaben auf der Verpackung. In den Randbereichen solltest du die Saatmenge erhöhen, um eine feste Rasenkante zu erhalten.

Harke das Saatgut anschließend vorsichtig mit einem Rechen ein, bis es von einer dünnen Schicht Erde bedeckt ist. So wird der Samen weder vom Wind noch von hungrigen Vögeln davongetragen.

Damit sich der Boden nicht zu sehr setzt und nach der Aussaat Unebenheiten aufweist, solltest du ihn auch noch einmal planieren. Um dem Unkraut möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten und die Rasensamen fest im Boden zu verankern, walzt du am besten die komplette Fläche noch einmal ab mit der Rasenwalze ab.

Wichtig nach dem Säen: Rasenpflege

Der frisch angelegte Rasen benötigt zum Keimen und zum Wuchs eine Menge Wasser. Besonders in der dieser Phase ist es notwendig, den Boden konstant feucht zu halten, ihn also regelmäßig zu gießen. Im Idealfall sorgst du mit einem Rasensprenger dafür, dass der Boden täglich rund 10 l Wasser pro Quadratmeter. An Regentagen musst du natürlich nicht gießen. Der hohe Wasserbedarf gilt übrigens auch für Rollrasen.

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Innerhalb der ersten 10 Tage sollten die ersten Grashalme sichtbar werden. Die jungen Rasenkeimlinge sind sehr empfindlich. Deshalb solltest du das Areal während dieser Zeit nicht betreten. Bis sämtliche Samen aufgegangen sind, kann es durchaus bis zu drei Wochen dauern. Sobald die Fläche durchgehend grün ist, kannst du das Bewässern stoppen. So zwingst du die Pflanzen dazu, ein tiefes Wurzelwerk auszubilden, um die Feuchtigkeit aus tieferen Bodenschichten zu entnehmen. Ein tief verwurzelter Rasen benötigt auch im Hochsommer weniger zusätzliche Bewässerung.

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Vorsicht beim ersten Mähen

Hat der grüne Rasen eine Länge von 8 bis 10 cm erreicht, ist es an der Zeit, mit den Nachbarn gleichzuziehen und den Rasenmäher in Betrieb zu nehmen. Achte dabei auf die Festigkeit der jungen Grasnarbe. Sie sollte für den ersten Rasenschnitt schon etwas stabiler und kräftiger sein. Ist der neue Rasen das nicht, dann kann es passieren, dass das junge Gras mit dem Rasenmäher gleich wieder ausgerissen wird. Bemerkst du das beim Mähen, solltest du aufhören und noch ein paar Tage warten.

Schneide den Rasen beim ersten Mähen auf eine Höhe von 5 cm zurück. So verdunstet weniger Feuchtigkeit aus dem Boden und das Blatt kann ausreichend Licht aufnehmen, um ein kräftiges Wurzelwerk auszubilden. Beim nächsten Mal kannst du dann noch etwas tiefer gehen: Zierrasen sollte nicht höher als 4 bis 6 cm werden und dann auf 2 bis 3 cm zurückgeschnitten werden. Strapazier‐, Spiel‐ und Sportrasen darf eine Höhe von 3 bis 4 cm behalten. In schattigen Bereichen sollte die Schnitthöhe nicht unter 5 cm liegen.

Die erste Rasen-Düngung: Nicht übertreiben!

Die junge Rasensaat wird auf guten Mutterboden aufgetragen, sodass sie fürs Erste gut versorgt ist. Später bekommt es dem Rasen aber gut, ab und zu gedüngt zu werden. Besonders bei sehr jungem Rasen allerdings ist Vorsicht geboten: Bringst du zu viel Dünger aus, kann dieser das feine Gras verbrennen. Deshalb ist es wichtig, nicht zu früh und auch nicht zu viel zu düngen. Wenn der Rasenschnitt nicht als Mulchmaterial liegen bleibt, sollten Sie den Rasen regelmäßig mit einem speziellen Rasendünger düngen. Das machst du am besten mit einem Streuwagen in Längs‐ und Querrichtung. Aber nie auf frisch gemähten Rasen!

Damit dein Rasen schön dicht und grün bleibt, braucht er neben Nährstoffen auch ausreichend Wasser und Sauerstoff. Entferne dazu regelmäßig, am besten einmal im Jahr Ende März die Filzschicht aus Moosen und abgestorbenen Pflanzenteilen.

Fazit: Werde selbst zum Möglichmacher!

Wie du siehst, ist das Rasen anlegen mit einiger Arbeit verbunden. Mit unseren professionellen Geräten zur Gartenpflege und etwas handwerklichem Geschick kannst du diese Herausforderung aber leicht meistern und selbst zum Möglichmacher werden. Wenn du unserer Anleitung Schritt für Schritt befolgst und deinen Rasen anschließend regelmäßig düngst, mähst und das Vertikutieren nicht vergisst, wirst du das ganze Jahr Freude an ihm haben. Eine Anleitung zum Vertikutieren findest du übrigens auch in unserem Blog.