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Vertikutieren: So geht's richtig!

Dank Vertikutierer zu einem gesunden Rasen!

Spätestens mit der Umstellung auf die Sommerzeit, wenn die Tage wieder ein wenig länger werden, kann man auch am Abend, nach der Arbeit, einen Blick auf seinen Rasen werfen. Im Frühjahr sieht das, was man vor sich findet in wenigsten Fällen so aus, wie es einem die Baumärkte in ihren Gartenmöbel-Katalogen aktuell weismachen wollen. In den vergangenen kalten und sonnenlosen Monaten hat vielerorts das Moos den Kampf gegen den Rasen gewonnen, abgestorbener Rasen liegt vertrocknet und strohig zwischen den übrig gebliebenen grünen Grashalmen und wartet förmlich darauf beseitigt zu werden.

Vertikutieren, was ist das eigentlich?

Wer im Sommer einen saftigen grünen Rasen haben möchte, der sollte jetzt mit den Vorbereitungen beginnen. Der erste Schritt an dieser Stelle ist der Griff zum Vertikutierer. Der Name Vertikutierer ist aus dem Englischen abgeleitet und beinhaltet die Begriffe vertical und cut. Genau das macht der Vertikutierer mit der Grasnarbe, er schneidet vertikal in den Boden. Dadurch wird die oberste Erdschicht aufgelockert und bietet Nährstoffen und Wasser eine ausreichende Oberfläche um vom Boden aufgenommen zu werden. Während des Einschneidens des Bodens löst das rotierende Messer vertrockneten Rasenfilz, Moos und anderes ungewünschtes Unkraut. Dabei werden die Wurzeln des Rasens abgeschnitten und somit angeregt neue Seitentriebe zu bilden, um mehr Nährstoffe aufnehmen zu können.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Vertikutieren?

Wer plant seinen Rasen zu vertikutieren, sollte damit warten, bis es im Frühjahr einige Tage lang nicht geregnet hat und der Boden auch einige Zentimeter unterhalb der Oberfläche nicht mehr matschig ist. Ist der Boden beim Vertikutieren zu nass, reißt der Vertikutierer neben Unkraut, Moos und Rasenfilz auch gesunde Grashalme aus dem Boden. Darüber hinaus würde die Rasenfläche danach eher einem verlassenen Festivalgelände als einem Vorgarten ähneln. Die Temperaturen sollten noch nicht so hoch sein, dass der Rasen mit dem Wachstum begonnen hat, aber auch nicht zu niedrig, dass die Nachtfröste noch zu stark sind.  Je nach Witterung sind die Monate März und April für diese Arbeit somit am besten geeignet. Im Sommer sollte man auf das Vertikutieren verzichten, die aufgelockerte Erde lässt den Rasen zu schnell austrocknen und die verletzten Wurzeln inmitten der Wachstumsphase stressen die zarten Rasenpflanzen. Im Herbst kann der Rasen ein weiteres Mal vertikutiert werden. Besonders nach einem regenreichen Sommer hat sich oftmals viel Moos gebildet.

Vertikutieren oder Lüften?

Viele Vertikutierer sind heutzutage Kombigeräte, bei welchen sich wahlweise eine Vertikutier- oder Lüfterwalze einsetzen lässt. Die Lüfterwalze hat im Gegensatz zur Vertikutierwalze keine Schneidmesser, sondern Drahtharken welche die Grasnarbe nicht einschneiden, sondern oberflächlich ankratzen und aufliegendes Moos oder Rasenfilz entfernen. Da es im Sommer nicht empfehlenswert ist zu Vertikutieren, bietet sich hier alternativ der Griff zur schonenderen Lüfterwalze an.

So vertikutierst du richtig

Bevor du dich an das eigentliche Vertikutieren machst, empfiehlt es sich im Vorfeld den Rasen zu mähen. Im besten Fall auf der niedrigsten Stufe welche dein Rasenmäher mähen kann. So werden oberflächliche Blätter und ähnliches abgesaugt. Darüber hinaus neigt der kurze Rasen weniger zum Ausreißen.

Tipp: Bevor du nun endlich loslegst, solltest du an der Oberfläche liegende Steine vom Rasen entfernen. Diese könnten ansonsten von der rotierenden Walze des Vertikutierers hoch geschleudert werden und das Gerät oder im schlimmsten Fall dich treffen. Je nachdem wie stark dein Rasen vermoost ist, kannst du entweder mit Fangkorb oder ohne vertikutieren. Bei zu starker Vermoosung ist es einfacher die Fläche im Anschluss mit der Harke oder dem Rasenmäher zu reinigen. Der Fangkorb wäre hier einfach zu schnell voll. Für ein bestmögliches Ergebnis ist es empfohlen in zwei Durchgängen zu vertikutieren. Im ersten vollflächig, jeweils in dichten parallelen Bahnen. Der zweite Durchgang sollte dann um 90 Grad zum ersten versetzt durchgeführt werden.

Nach dem Vertikutieren

Erst einmal wird der Rasen ziemlich „mitgenommen“ aussehen. Wenn Sie ihn aber danach ordnungsgemäß düngen, wird er sich schnell erholen. Der Dünger kann sich in der aufgelockerten Erde schnell festsetzen und schwimmt so auch bei stärkeren Regenfällen nicht davon. Statt per Hand zu Düngen, kann alternativ auch ein Streuwagen oder Universalstreuer eingesetzt werden. So wird der Dünger noch gleichmäßiger verteilt. Bei längerer Trockenzeit hingegen sollte man ihn zusätzlich noch bewässern. Außerdem sollte der Rasen in der Zeit nach dem Vertikutieren möglichst wenig betreten werden, damit er sich schnell wieder zu einem saftig grünen Rasen entwickeln kann.

AutorHauke Leweling
Lesezeit8 Minuten

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