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Checkliste zum Laminat verlegen

Die Zeiten in denen Teppichboden in deutschen Wohnzimmern ausgelegt wurde sind seit einigen Jahren vorbei. Laminat hat sich mittlerweile zum absoluten Kassenschlager für den Wohnbereich entwickelt. Dies ist nicht zuletzt aufgrund der leichten Pflege der Fall. Spätestens mit der Entwicklung des so genannten Klick-Laminats, ist das Verlegen von Laminat auch für den Heimwerker kein Problem mehr. Macht man sich im Vorfeld Gedanken zu den benötigten Werkzeugen und Materialien, so ist man vor bösen Überraschungen sicher und kann einen kompletten Raum binnen weniger Stunden allein verlegen.

Um Laminat in den eigenen vier Wänden zu verlegen, braucht man: 

Laminat

Laminat wird mittlerweile in unterschiedlicher Qualität und zu unterschiedlichen Preisen angeboten. In der Regel sollte man aber bei hochwertigem Laminat mit 12 - 18 Euro/qm  rechnen. Die Trittschalldämmung schlägt je nach Ausführung nochmals mit 1-3 Euro/qm zu Buche. Für die notwendigen Fußleisten, die idealerweise optisch auch noch zum Laminat passen sollten, verlangt der Einzelhandel rund 4 Euro pro laufendem Meter. Wird das Laminat nicht durchgehend verlegt, sondern geht innerhalb von Türzargen in ein anderes Material über, wird eine Übergangsschiene notwendig. Ausführungen in brauchbarer Qualität kosten im Baumarkt rund 10 Euro pro Meter. 

Zeit

Wie lange man dafür benötigt einen kompletten Raum mit Laminat auszustatten hängt natürlich immer von den eigenen Heimwerkergenen ab. Geht man allerdings von einem Raum ohne große Ecken, Rohren oder anderen Sonderfällen aus, kann man das Verlegen in wenigen Stunden allein schaffen. Ein großer Irrtum beim Verlegen von Laminat ist davon auszugehen, dass kleine Räume weniger Zeit benötigen als große. Die meiste Zeit benötigt nämlich das Zuschneiden und Anpassen der einzelnen Bretter.

Werkzeuge

So einfach es die Industrie dem Heimwerker mittlerweile auch macht, ein paar Werkzeuge werden für die Verlegung schon benötigt. Die meisten gehören zur Heimwerker-Grundausstattung eines jeden Hobby-Restaurators. Bei anderen Werkzeugen lohnt sich die Anschaffung erst dann wenn man plant wirklich viel Laminat zu verlegen.

Teppichmesser

Um die Trittschalldämmung aus Kunststoff oder Filz passend zuschneiden zu können, wird ein einfaches Teppichmesser benötigt. Für gerade Schnitte bietet es sich an ein Laminat Brett als Führung zu verwenden.

Abstandsklötze – Für den richtigen Abstand

Da Laminat auf thermische Schwankungen und Änderungen bei der Luftfeuchtigkeit reagiert und sich zusammenzieht oder ausdehnt, ist es wichtig das Laminat nicht ganz bis an die Wand ran zu verlegen. In der Regel ist man mit einem Zentimeter Abstand zwischen Wand und Laminat (schwimmende Verlegung) gut beraten. Hierfür gibt es im Handel spezielle Abstandsklötze aus Holz oder Kunststoff. Natürlich können sich Sparfüchse aber auch aus Holz- oder Laminatresten eigene Abstandsklötze anfertigen. 

Zollstock / Laser – Auf die Länge kommt es an

Um das Laminat mit der Säge auf die richtige Länge zu sägen, ist es unausweichlich die benötigte Länge im Vorfeld zu ermitteln. Klassisch ist dies mit dem Zollstock oder neudeutsch Gliedermaßstab möglich. Wer es moderner mag ist mit einem Laser-Entfernungsmesser gut bedient. Bereits beim vermessen sollte man den Zentimeter Wandabstand abziehen.

Stichsäge – Die Laminat-Allzweckwaffe

Die Stichsäge ist ein nahezu unverzichtbares Werkzeug beim Zuschnitt von Laminat. Egal ob quer- oder längs, gerade oder rund, mit einem feinen Sägeblatt sind alle Arten von Schnitten möglich. Im Baumarkt kann man außerdem spezielle Laminat-Sägeblätter erwerben, die den Zuschnitt noch leichter machen. Auch wenn die Stichsäge sämtliche anfallenden Schnitte beherrscht, hat diese einen winzigen Nachteil: die Geschwindigkeit! 

Kappsäge - Für besonders gerade Schnitte

Heimwerker in deren Werkzeugpark sich eine Kappsäge befindet werden über die Geschwindigkeit einer Stichsäge nur müde lächeln. Gerades Ablängen von Laminat ist für die Kappsäge kein Problem und binnen weniger Sekunden erledigt. Bei einer Kappsäge mit Zugfunktion sind auch etwas längere diagonale Schnitte im Laminat kein Problem. Für Bogenschnitte ist trotzdem nach wie vor die Stichsäge das Mittel der Wahl.

Laminatschneider - Wenn es um Masse geht

Wer über das Verlegen von Laminat nicht nur in der eigenen Wohnung nachdenkt, sondern auch das Wohnzimmer von Freunden und Schwiegermüttern verschönern will, für den lohnt es sich über die Anschaffung eines Laminatschneiders nachzudenken. Mit dem Laminatschneider lässt sich Laminat einfach und sicher abschneiden. Bogenschnitte sind hiermit aber nicht möglich und müssen nach wie vor mit der Stichsäge vorgenommen werden. Der Aufbau eines Laminatschneiders entspricht einer überdimensionalen Schere mit einer stabilen und großen Grundplatte. Wer die Investition in einen Laminatschneider scheut, kann sich diesen auch in den meisten Baumärkten ausleihen.

(Tisch-) Kreissäge - Eine gerade Sache

Besonders beim Sägen der letzten Laminat-Reihe  ist mit dem Klassiker unter den Sägen, der Stichsäge, Geduld gefragt. In Kombination mit einer Führungsschiene ist die Handkreissäge im Gegenzug nahezu unschlagbar. Mit der Handkreis- oder Tauchsäge ist das Schneiden von diagonal verlaufenden Brettern möglich. Spätestens wenn aufgrund der erhöhten Bodenhöhe die Unterseite von Zimmertüren gekürzt werden muss, ist die Handkreissäge mit Führungsschiene unverzichtbar.

Multitool - Zum Kürzen von Türzargen

Sobald man mit dem Laminat die Türzargen erreicht kommt das Multitool zum Einsatz. Mit einem oszillierenden Multitool, lassen sich bereits verbaute Türzargen ohne Probleme Kürzen um mit dem Laminat darunter zu gelangen. Hierfür wird ein Reststück des verlegten Laminats als Anschlag auf den Boden, das Multitool darauf gelegt und dann die Zarge in der passenden Höhe gekürzt. Selbstverständlich lässt sich dieser Schritt auch mit der Japansäge, eine Handsäge welche auf Zug arbeitet, erledigen. 

Zugeisen & Schlagklotz

Laminat sollte immer so eng wie eben möglich verlegt werden, sonst können Feuchtigkeit und Schmutz in die Lücken eindringen. Dass ein Ziehharmonika-Laminat mit Lücken grauenvoll aussieht brauchen wir eigentlich nicht zu erwähnen. Tun wir aber doch: Über Lücken im Laminat ärgert man sich noch Jahre später! Deswegen ist es dringend zu empfehlen hier mit Schlagklötzen und Zugeisen beim Verlegen zu arbeiten. Mit deren Hilfe ist es möglich das Laminat mit einem Hammer fest aufeinander zu schlagen ohne Beschädigungen am Bodenbelag zu hinterlassen. In vielen Baumärkten kann man dieses Werkzeug, für wenige Euro, auch tageweise mieten.

Forstnerbohrer – Heizungsrohre sind kein Problem mehr

Kommen die Rohre des Heizkörpers aus dem Boden, so bietet es sich an die notwendigen Bohrungen mit einem Forstnerbohrer vorzunehmen. Beim Durchmesser des Forstnerbohrers muss ebenfalls auf ein wenig Abstand zum Rohr geachtet werden. Durch die Erwärmung der Heizungsrohre dehnen sich diese und das umliegende Material aus. Achtet man hier nicht auf den nötigen Abstand wird man mit nerv-tötenden Knickgeräuschen belohnt!

Wie man anhand dieser Checkliste sieht, sind die meisten benötigten Werkzeuge bereits fester Bestandteil der Werkzeugkiste. Spezialwerkzeuge wie ein Laminatschneider erleichtern zwar die Arbeit, sind aber keinesfalls notwendig.

Es gibt also keinen Grund Angst davor zu haben, Laminat selber zu verlegen!

AutorHauke Leweling
Lesezeit10 Minuten

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