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Laminat verlegen – So geht´s

In diesem Blog-Beitrag widmen wir uns dem Thema, wie man Laminat selbst verlegt. Welche Materialien und Werkzeuge benötigt werden, kannst du in unserer Checkliste zum Laminat verlegen nachlesen. Bereit loszulegen?

Laminat akklimatisieren

Leider kannst, oder besser gesagt solltest, du nicht direkt nach dem Kauf des Laminats in deinem Wunschdekor durchstarten. Da die Pakete beim Händler die letzten Tage und Wochen in der Regel in einem kühlen Lager verbracht haben, benötigt das Laminat mindestens 24 Stunden Zeit, um sich an die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit in deiner Wohnung zu gewöhnen. Wird dem Laminat diese Zeit nicht gegeben, kann es unter Umständen passieren dass sich das Material durch Änderungen bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausdehnt oder zusammenzieht, was später in Ausnahmefällen zu Lücken zwischen den Brettern führen kann.

Bodenvorbereitungen

Während dieser “Gewöhnungsphase” des Laminats, kann bereits mit den Vorbereitungen des Untergrunds begonnen werden. Zuallererst muss der Boden gründlich gereinigt werden. Staub und Schmutz sorgen andernfalls für Unebenheiten im Boden, diese sind später, besonders Barfuß, deutlich spürbar. Besonders sandige Verschmutzungen sorgen im schlimmsten Fall für deutlich hörbare knirschende Geräusche. Nach der Reinigung solltest du das Niveau des Bodens mit einer Richtlatte auf Ebenheit überprüfen. Stark unebene Böden können mit Nivelliermasse ausgegossen werden. Nivelliermasse ist auch unter dem Namen Fließspachtel bekannt und sorgt für eine wirklich plane Fläche. Da Feuchtigkeit im Boden für Schäden im Laminat verantwortlich ist, ist es wichtig, Laminat nur auf wirklich trockenen Böden zu verlegen!

Dampfsperre aufbringen

Wird das Laminat auf Estrichboden oder in Räumen mit Fußbodenheizung verlegt, ist es wichtig, eine Dampfsperre aufzubringen. Diese schützt den Bodenbelag vor aufsteigender Feuchtigkeit aus dem Untergrund. Eine Dampfsperre ist eine spezielle Folie, welche Feuchtigkeit nur kontrolliert durchlässt. Am besten verlegst du die Folie in entgegengesetzter Richtung zu der, in die später das Laminat verlegt werden soll. Die einzelnen Bahnen müssen sich rund 20 Zentimeter überschneiden und an den Nahtstellen mit speziellem Klebeband miteinander verklebt werden. Zu den Wänden hin solltest du die Folie rund 10 Zentimeter länger lassen und den Überstand an der Wand hochklappen.

Die Trittschalldämmung

Nachdem der Boden nun sicher vor Feuchtigkeit geschützt ist, kannst du damit beginnen die Trittschalldämmung zu verlegen. Diese gibt es aus unterschiedlichen Materialien wie Schaumstoff, Filz oder Kork. Sie hat gleich mehrere Aufgaben. Zum einen entkoppelt diese das Laminat akustisch von Rest des Gebäudes und zum anderen verhindert sie ein schnelles Auskühlen des Bodens von der Unterseite her. Beim Verlegen der Trittschalldämmung muss sorgfältig gearbeitet werden. Überlappungen und freie Stellen sind zwingend zu vermeiden! Verlege am besten immer nur so viel Trittschalldämmung wie du für die nächsten Laminatreihen benötigst. Dadurch verhinderst du, dass die Trittschalldämmung, beim darüber Laufen versehentlich beschädigt oder  verschoben wird.

Die erste Laminatreihe

Die erste Reihe ist mit Abstand die am aufwändigsten zu verlegende. In der Regel beginnt man, von der Zimmertür aus gesehen, hinten Links im Raum mit Verlegen. Die Verlegerichtung bestimmt der Lichteinfall durch das Zimmerfenster. Am besten wirkt das Laminat später, wenn die Reihen parallel zum Lichteinfall verlegt werden. Durch diese Ausrichtung verhinderst du, dass die Übergänge zwischen den einzelnen Paneelen  im Sonnenlicht sichtbar werden. Bevor die erste Laminatreihe verlegt wird, entferne an der linken Seite die Feder vom Laminat der ersten Reihe. Hierfür eignet sich am besten eine Handkreissäge mit Parallel-Anschlag oder gleich eine Tischkreissäge. Jetzt kann das eigentliche Verlegen beginnen. Mit den bereitgelegten Abstandsklötzen sorgst du für einen Abstand von 1 - 1,5 Zentimetern zur Zimmerwand. Je größer der Raum ist, desto größer muss der Abstand zur Wand gewählt werden. Das letzte Paneel an der Wand muss abgeschnitten werden. Hierbei ist darauf zu achten das dieses Stück nicht kürzer als 40 Zentimeter ist. Lässt der Raum keine andere Länge zu, so kürze ebenfalls das erste Paneel welches bereits verlegt ist soweit, dass beide Bretter eine Mindestlänge von 40 Zentimetern aufweisen

Laminat Reihe für Reihe verlegen

Nun ist der Punkt erreicht wo das Verlegen von Laminat langsam aber sicher Fahrt aufnimmt. Die einzelnen Reihen werden fortlaufend ausgelegt, das bedeutet du beginnst eine neue Reihe mit dem Abschnitt der jeweils letzten Reihe. Dadurch werden Kreuzfugen vermieden und der Verschnitt wird relativ gering gehalten. Achte beim fortlaufenden Verlegen der einzelnen Paneele darauf, dass die jeweiligen End- oder Anfangsstücke nicht kürzer als 30 Zentimeter sind und ein Abstand von mindestens einem Zentimeter zur Wand eingehalten wird. Das Abschneiden der Enden geht mit einer Kappsäge am einfachsten, doch auch Stichsäge oder Laminatschneider leisten gute Hilfe. Die einzelnen Reihen werden mit Hammer und einem Schlagklotz, bzw. Schlagschutz fest miteinander verbunden, Endstücke mit Hammer und Zugeisen fest ineinander gezogen.

Letzte Laminatreihe verlegen

Bei der letzten Laminatreihe müssen die einzelnen Paneele, genau wie bei der ersten Reihe, angepasst werden. Hierzu wird die verbleibende Lücke ausgemessen und vom Ergebnis der notwendige Wandabstand sowie die Breite der Feder abgezogen. Messe vorsichtshalber an mehreren Stellen, da die wenigsten Wände wirklich exakt gerade sind.

Mit der Tisch- oder Handkreissäge werden die Paneele dann auf die richtige Breite zugeschnitten. Nachdem die letzte Reihe eingeklickt ist, kommt wieder das Zugeisen zum Einsatz, um für eine feste beziehungsweise lückenlose Verbindung zu sorgen.

Ausschnitte für Heizungsrohre

In vielen Räumen kommen die Heizungsrohre durch den Fußboden zum Heizkörper. Um den Heizkörper nicht demontieren zu müssen, bedienen wir uns hier einem einfachen Trick. Als erstes schneidest du das Endstück exakt so wie du es tun würdest, wenn kein Heizungsrohr den Weg versperren würde. Auf diesem Stück Laminat wird nun die exakte Position des Rohres eingezeichnet. Jetzt kommt der Akkubohrer mit einem Forstnerbohrer zum Einsatz. Der Durchmesser des Forstnerbohrers sollte rund einen Zentimeter größer, als der des Heizungsrohres sein. Dadurch kann sichergestellt werden, dass sich Rohr und Laminat später niemals berühren. Mit der Stich- oder Kreissäge teilst du das Paneel nun exakt in der Mitte des Lochs in zwei Teile. Das erste Teil kann nun ganz einfach eingeklickt werden. Das zweite, in der Regel das kleinere Teil, wird nun hinter dem Heizungsrohr her geführt und dort ebenfalls mit Nut und Feder eingeklickt. Mit einem kleinen Tropfen Holzleim können die beiden Teile nun an der Schnittkante wieder verbunden werden. Eventuell ausquellender Holzleim kann am besten mit einem feuchten Tuch weggewischt werden. Nach etwa einer halben Stunde ist der Leim soweit ausgehärtet, dass du hier weiter machen kannst. Die Schnittkante sollte nun so gut wie unsichtbar sein!

Das Loch im Laminat kann später mit einer so genannten Klapprosette, welche um die Rohre gelegt wird, versteckt werden

Türzargen kürzen

Laminat wird grundsätzlich bis unter die Türzarge verlegt, hierfür ist es meistens notwendig, die Zarge der Tür entsprechend der Laminatstärke zu kürzen. Hierzu kommen zwei Werkzeuge in Frage, die klassisches Japansäge oder einfacher und bequemer, ein Multitool. In beiden Fällen wird ein Laminat-Reststück vor die Zarge gelegt und das Werkzeug mit der Klinge daraufgelegt und dann an die Zarge herangeführt. So wird exakt so viel von der Zarge abgesägt, wie für das Laminat benötigt wird. Lücken können später mit Acryl in der passenden Farbe verschlossen werden.

Übergangsschienen montieren

Unterhalb der geschlossenen Tür ist der beste Ort für Übergänge vom einen zum anderen Bodenbelag. Hierfür gibt es im Baumarkt spezielle Boden-Übergangsschienen. Diese bestehen aus zwei Teilen. Der untere Teil wird an der entsprechenden Stelle mit dem Boden verschraubt oder im Falle einer Fußbodenheizung verklebt. Der zweite Teil, die obere Abdeckung wird sobald das Laminat überall an der Übergangsschiene verlegt ist, von oben in die untere Haltung eingesteckt. Somit besteht bei Bodenübergängen ein sauberer Abschluss. Übergangsschienen gibt es auch mit einem einseitigen Gefälle, dies erlaubt den Übergang von Laminat zum einem flachen Teppichboden ohne Stolperkante.

Zimmertüren kürzen

Bei Renovierungen, besonders wenn im Raum vorher Teppichboden verlegt war, ist es in der Regel notwendig die Zimmertüren zu kürzen. Da das Laminat um einiges höher ist als beispielsweise Teppichboden oder PVC, kann sich die Tür nun nicht mehr bewegen. Hier wirst du wohl oder übel die Zimmertür an der Unterseite kürzen müssen. Mit einer Handkreissäge und Führungsschiene ist dies aber kein Problem. Im Normalfall reicht es bereits vollkommen aus, die Tür um lediglich eine Sägeblattbreite zu kürzen. Bitte versuche diesen Arbeitsschritt nicht mit einer Stichsäge. Die dünnen Sägeblätter der Stichsäge verlaufen in derartig dickem Material wie bei einer Zimmertür schnell und die Unterseite der Tür wird ungerade.

Gar nicht mal so schwer!

Wer sich an diese einfachen Punkte hält, wird keine Probleme dabei haben Laminat selber zu verlegen! Auch wenn es sich auf dem ersten Blick kompliziert anhört, ist diese Aufgabe für jeden mit zumindest einer linken Hand ein Kinderspiel!

Willst du wissen wie du dein Laminat am besten pflegen kannst? Dann ist dieser Blogbeitrag etwas für dich: "Die Pflege von Laminat"  

AutorHauke Leweling
Lesezeit6 Minuten

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