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Silikonfugen ausbessern

Alte Fugen in Küche und Bad sind ein Albtraum beim Putzen. Sie lassen sich nach einigen Jahren nicht mehr richtig säubern und sorgen durch kleine Undichtigkeiten häufig für das muntere Entstehen von Schimmel. Wasser dringt hinter die Duschtasse und Schimmelkulturen finden in der feuchtwarmen Umgebung den idealen Nährboden. 

Welches Silikon?

Für Innenräume und vor allem für den Badbereich gibt es im Handel so genanntes Sanitärsilikon. Es ist speziell für Feuchträume ausgelegt und in den meisten Fällen mit einem Schimmelschutz ausgestattet. Weiterhin ist es gegenüber Reinigungsmittel äußerst widerstandsfähig und sehr elastisch. Diese Elastizität ist wichtig, da vor allem Duschtassen in sich nicht komplett stabil sind und sich beim Betreten entsprechend bewegen können. Sanitärsilikon gibt es in den unterschiedlichsten Farben. Es muss also nicht immer nur weiß sein.

Mein Tipp: Hände weg von Billig-Silikon. Das hat häufig die unangenehme Eigenschaft, stärker zu schrumpfen als Markenware und muss dadurch schneller ersetzt werden. Dadurch ist der Spareffekt dahin.

Vorbereitung

Mit einem Multifunktionswerkzeug schneidest du die alten Fugen heraus. Alternativ kannst du dazu auch ein Cuttermesser nutze. Im Handel gibt es auch spezielle Messer (Fugenhai), die das Ausschneiden etwas erleichtern. Wichtig ist, dass alle Silikonreste komplett entfernt werden. Das geht mit dem Multifunktionswerkzeug oder dem Cuttermessers ganz gut. Das Cuttermesser muss hierbei jedoch bündig mit der ganzen Klingenlänge schräg an der Fuge entlanggezogen werden. Wenn du mit den Fingern über die Stellen gehst, wo die Silikonfugen saßen und du noch immer Rest spürst, kannst du auch Silikonentferner nehmen. Dieses spezielle Reinigungsmittel wird auf die alten Stellen aufgetragen, die Einwirkzeit abgewartet und dann mit einem Tuch restlos abgewischt. Wenn du Schimmelflecken in den Fugen erkennst, ist jetzt die beste Gelegenheit für den Einsatz von einem Schimmelentferner und Bürste (Herstellerhinweise beachten). Ist alles sauber, geht es an die Kartusche. Setze sie in eine Kartuschenpistole, schneide die Kartusche oben auf und schraube die Tülle auf. Mit dem Cuttermesser schneidest du nun die Tülle oben schräge ab. Je nachdem wie groß deine Fugen werden sollen, sollte das Loch zwischen 3 und 5 mm sein. 

Mein Tipp: Schneide die Öffnung nicht gleich zu groß. Du kannst sie später auch noch nachschneiden.

Wie groß soll eine Fuge sein?

Das hängt natürlich davon ab, wie groß die Abstände - also die Spaltbreiten zwischen den einzelnen Anschlüssen sind. Als Faustformel gilt: etwa 2-3 mal größte Spaltbreite. Da in den meisten Fällen die Spaltbreite eher unregelmäßig ist, nimmt man zur Berechnung den größten Abstand, damit die ganze Fuge gleichmäßig wirkt.

Fuge ausspritzen

Jetzt wird die Fuge mit dem Silikon ausgespritzt. Halte die Kartusche etwas schräge zu Fuge und gib mit dem Abzug Druck auf die Kartusche. Sobald das Silikon herausquillt behältst du den Druck gleichmäßig bei und füllst die Fuge ohne abzusetzen auf. Je gleichmäßiger dir das gelingt, desto besser lässt sich die Fuge im Anschluss glätten. Bist du am Ende angekommen oder musst die Kartusche absetzen, entspannst du den Mechanismus mit einem kleinen Hebel am Drücker. Machst du das nicht, fließt das Silikon unkontrolliert weiter und du musst die Reste später mühsam entfernen. 

Fuge glätten

Zum Glätten der Fuge eignet sich dein Finger oder besser ein so genanntes Fugengummi. Ein Fugengummi kostet nur ein paar Euro und sorgt dafür, dass du die Fugen sauber abziehen kannst. Da sich das Gummi rechts und links von der Fuge anschmiegt, sparst du dir damit das berühmte Abkleben mit Kreppband. Es gibt Fugengummis mit unterschiedlichen Profilen, ich empfehle dir aber ein Halbrundprofil. Egal ob du deinen Finger oder ein Fugengummi nutzt, wichtig ist das vorherige Benetzen mit einer Lauge (etwas Spülmittel mit Wasser). Dadurch klebt das Silikon nicht am Werkzeug / Finger und die Fugen lassen sich schön glatt abziehen. Übe nicht zu starken Druck aus, wenn du mit dem Finger glättest, sondern streiche das Silikon ganz leicht glatt. 

Jetzt muss das Silikon trocknen. Wie lange das dauert, ist von Hersteller zu Hersteller verschieden. Achte deshalb auf die entsprechenden Angaben und halte sie auf jeden Fall ein. In der Regel dauert das Durchtrocknen etwa einen Tag.

Übrigens: Auch wenn deine Fugen nicht hundertprozentig glatt sind, sehen sie nun auf jeden Fall besser als vorher aus. Vor allem sind sie meistens wieder dicht und Wasser kann nicht irgendwo eindringen, wo es nicht hingehört. Nach meiner Erfahrung sehen nur wir Heimwerker die nicht ganz perfekten Stellen. Also hab keine Angst davor, dass du das nicht hinkriegst!

AutorFrank Rath
Lesezeit7 Minuten

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