Mehr anzeigen

Wie mache ich meinen Garten winterfest?

Je weiter es auf das Jahresende zugeht und je kürzer die Tage werden, desto weniger Zeit verbringt man im heimischen Garten. Doch um gänzlich auf die Gartenarbeit zu verzichten, ist es noch ein wenig früh. Spätestens jetzt solltest du die abschließenden Gartenarbeiten erledigen, um im Frühjahr in einen gut vorbereiteten Garten, die neue Saison einläuten zu können.

Bäume und Sträucher schneiden

Ein Mann häckselt die Äste vom Garten.
Die Gartenabfälle im Auffangbehälter des Häckslers.

Jetzt, wo das letzte Laub seinen Weg in Richtung Boden gefunden hat, ist es an der Zeit Bäume und Sträucher zu schneiden. In der kalten Jahreszeit sind Bäume und Sträucher, an den beschnittenen Stellen, weniger anfällig für Schädlingsbefall und Pilzsporen. Bei Obstbäumen empfiehlt es sich zudem den Stamm zu kalken, sprich mit einem Kalkanstrich zu bestreichen. Der Kalkanstrich verhindert ein Vermoosen des Stamms und reflektiert die wärmenden Strahlen der Wintersonne. Hierdurch erwärmt sich der Stamm weniger stark und das Risiko von auftretenden Rissen wird deutlich minimiert!

Laub vom Rasen entfernen

Eine Frau sammelt das Laub auf dem Rasen mit einem Laubsauger ein.

Herabgefallenes Laub solltest du mit dem Laubsauger oder dem Rechen von der Rasenfläche entfernen, denn liegen gebliebenes Laub nimmt dem Rasen das Licht und schädigt diesen dadurch nachhaltig. Auf Beeten oder direkt unter Bäumen kann das Laub allerdings liegen bleiben, hier bietet es Tieren wie Insekten oder Igeln in den Wintermonaten Rückzugsmöglichkeiten und eine sichere Nahrungsquelle. Wenn es der Platz zulässt, solltest du darüber nachdenken, mit einem Laubhaufen einen Rückzugsort für frei lebende Tiere zu schaffen.

Balkon- und Kübelpflanzen winterfest machen

Ein besonderes Augenmerk solltest du auf deine Balkon- und Kübelpflanzen richten. Viele als Kübelpflanzen genutzte Gewächse stammen aus dem Mittelmeerraum und sind nicht oder nur bedingt frostsicher. Pflanzen, welche nicht frostfest sind, können den Winter problemlos in einem kühlen, unbeheizten Kellerraum verbringen. Bei niedrigen Temperaturen und wenig Licht, stellen diese ihr Wachstum nahezu vollständig ein. Alle paar Wochen benötigen die im Keller überwinternden Pflanzen allerdings einen Schluck Wasser aus der Gießkanne, um nicht zu vertrocknen.

Als winterfest bezeichnete Pflanzen sollten trotz alledem mit Reisig oder Bast vor Wind und Frost geschützt werden. Viele so bezeichnete Pflanzen halten Temperaturen von rund fünf Grad unter Null aus, können bei den in Deutschland erreichbaren Tiefsttemperaturen jedoch schnell Schaden nehmen.

Palmen und palmenartige Gewächse solltest du, wenn vorhanden, im Wintergarten überwintern lassen. Ansonsten bekommt ihnen ein Platz am Südfenster sehr gut. Palmen dürfen nicht im Keller stehen, ohne Licht gehen diese ein.

Blumen vorbereiten

Ein Mann bearbeitet den Boden mit einer Bodenhacke.

Sind die Rosen im Vorgarten welk und braun, kannst du diese ohne Probleme bis in den März hinein runterschneiden. Ab etwa Anfang April beginnen Rosen wieder, neue Triebe zu bilden.
Solltest du noch vorhaben Blumenzwiebeln unterzugraben, ist jetzt deine letzte Chance. Bis Mitte Dezember gepflanzte Zwiebeln haben eine reale Chance, im Frühjahr zu schön blühenden Tulpen zu avancieren. 
Apropos Graben: Jetzt ist auch der perfekte Zeitpunkt den Boden aufzulockern, beziehungsweise Blumen- und Gemüsebeete umzugraben und so einen nährreichen Boden für das Frühjahr zu schaffen. Deutlich erleichtert und perfekt umgesetzt wird diese Arbeit mit Hilfe einer Bodenhacke!

Immergrüne Pflanzen wie Kirschlorbeer und Buchsbaum freuen sich hin und wieder über einen Schluck Wasser. Auch wenn es sich komisch anhört, immergrüne Pflanzen können aus gefrorenem Boden kein oder nur sehr wenig Wasser aufnehmen und daher im schlimmsten Fall vertrocknen.

Wasserbehälter und Leitungen leeren

Eine Frau demontiert eine Wasserpumpe vom Teich.

Ein wichtiger und oft unterschätzter Punkt bei der Wintervorbereitung ist das Entleeren von Wasserbehältern und Wasserleitungen im Außenbereich. Da gefrorenes Wasser die unangenehme Eigenschaft hat sich auszudehnen, kann es schnell passieren, dass eine Regentonne aufgrund des entstehenden Drucks reißt und somit in der kommenden Saison unbenutzbar ist. Daher ist es erforderlich derartige Behälter, sowie Wasserspiele auf der Terrasse zu leeren und davor zu schützen, durch Regen oder schmelzenden Schnee wieder vollzulaufen.

Rohrleitungen im Garten, auch Leitungen vom Haus zur Garage solltest du leeren und mit offenem Hahn über den Winter ruhen zu lassen. Durch den geöffneten Wasserhahn kann ein sich eventuell aufbauender Druck entweichen und somit Schäden an der Leitung vermeiden.

Des Weiteren sollten Dachrinnen auf den Winter vorbereitet werden, da der schmelzende Schnee große Wassermassen mit sich bringt und eine verstopfte Entwässerungsrinne schnell überlaufen lässt. Was man bei der Reinigung der Dachrinne beachten sollte sowie nützliche Infos und Tipps, haben wir euch in einem weiteren Blogbeitrag zusammengestellt.

Wasserpumpen welche im Sommer zur Bewässerung des Gartens oder für Teiche eingesetzt werden, solltest du nach Möglichkeit demontieren und im Winter im Keller einlagern. Wie auch Regenfässer, können Pumpen durch im Inneren gefrorenes Wasser zerplatzen!

Neben Wasserpumpen muss man weitere Gartengeräte einwintern. Wie das ordnungsgemäß gemacht wird, beziehungsweise Tipps und Tricks zur Lagerung und Reinigung findet ihr in einem separaten Beitrag.

Werden diese Punkte allesamt berücksichtigt, sollte man beim Betreten des Gartens im Frühjahr auf keine bösen Überraschungen stoßen! Also ran an die Arbeit!

AutorHauke Leweling
Lesezeit7 Minuten

Unsere Empfehlung