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Tipps zum Arbeiten mit der Stichsäge

In der Regel gehört die Stichsäge gemeinsam mit dem Akkuschrauber zu den ersten Werkzeugen, welche man sich am Anfang der Heimwerkerkarriere zulegt. Doch wirklich viel wissen die Meisten über diese Maschine nicht. Welches Sägeblatt nutzt man für welche Aufgaben? Wie erfolgt der Kurvenschnitt und was hilft mir dabei, wirklich gerade Schnitte zu sägen? Dieser Artikel soll einen kurzen Überblick über die Arbeit mit der Stichsäge bieten und auch dir eventuell den ein oder anderen neuen Trick verraten.

Wann benutze ich welches Sägeblatt?

Für die Stichsäge existieren im Handel eine Vielzahl an unterschiedlichen Sägeblättern. Diese können bei modernen Stichsäge werkzeuglos binnen weniger Sekunden gewechselt werden, es gibt also keinen Grund welcher dagegen spricht, sein Sägeblatt für den jeweiligen Anwendungsfall zu tauschen. Stichsägeblätter unterscheiden sich durch eine mehrere Punkte. Dies sind unter anderem die Dicke sowie die Länge und auch die Tiefe des Sägeblatts. Zum anderen die Anzahl, der Abstand und die Schränkung der einzelnen Sägezähne. Allein aus diesen Kombinationen ergibt sich eine Vielzahl an unterschiedlichen Sägeblättern, welche alle ihren berechtigten Anwendungsfall besitzen.

Eine kleine Übersicht

Um das Ganze ein wenig greifbarer aufzubereiten, habe ich die gängigsten Sägeblätter für die Stichsäge in einer Tabelle zusammengefasst:

Bezeichnung Anwendungsfall
S 75/2,5; HS 75/2,5 bi Weichholz, Hartholz, beschichtete Spanplatte, furnierte Tischlerplatte, weiche Kunststoffe, Acryl und Plexyglas
HS 75/2,5 bi R Genau wie oben, zusätzlich aber auch für Laminat verwendbar
S 75/4 FS & FSG ;S 105/4 FSG; S 145/4 FSG Genau wie Position 1, zusätzlich aber auch für beschichtete Spanplatten verwendbar
S 155/W Zum Sägen von Isolier- und Dämmstoffen
R 54 G Armierte & faserverstärkte Kunststoffe, Verbundstoffe, Eisen, Stahl, Glas, Ziegel, Keramik
HS 75/3 bi Weiche Kunststoffe, Acryl, Plexiglas, Eternit
S 50/1,4 K; HS 75/4 bi Weichholz, Hartholz, Spanplatten beschichtet, Tischlerplatte furniert, weiche Kunststoffe, Acryl, Plexiglas

Erklärung der verschiedenen Bezeichnungen

Auf den ersten Blick erscheinen die Bezeichnungen der Sägeblätter verwirrend. Das System ist, wenn man es einmal verstanden hat, allerdings recht simpel

S 75/2,5 bi = 75 mm verzahnte Länge, 2,5 mm Zahnteilung, Bimetall

S 75/4 K = 75 mm verzahnte Länge, 4 mm Zahnteilung, Kurvensägeblatt

S 75/4 FS = 75 mm verzahnte Länge, 4 mm Zahnteilung, 90° Schnitt

Was bewirkt die Verstellung des Pendelhubs?

Der Pendelhub einer Stichsäge ist eine häufig unterschätzte und vergessene Möglichkeit zum kraftschonenden Betrieb der Maschine. Der Pendelhub ergibt sich aus zwei unterschiedlichen Achsen auf welchen sich das Sägeblatt bewegt. Zum einen dem klassischen Hub, der Auf- und Abbewegung des Sägeblatts. Zum anderen der Pendelbewegung über eine hinter dem Sägeblatt positionierte Rolle, welche das Blatt, ähnlich wie bei einem Pendel, leicht vor und zurück bewegt. Die Pendelbewegung minimiert den Kraftaufwand welcher beim Sägen in Sägerichtung anzuwenden ist. Eine zu stark eingestellte Pendelbewegung sorgt allerdings auch für mehr Ausriss an der Schnittstelle. Wer diese Option mit Bedacht konfiguriert, wird schnell das passende Mittelmaß zwischen kraftschonender und ausrissfreier Arbeit finden. Als Faustregel gilt hier: Je härter und dicker das zu sägende Material ist, desto stärker kann der Pendelhub gewählt werden.

Führungshilfen für gerade Schnitte

Wer bereits einmal versucht hat, einen geraden Schnitt freihändig zu sägen, der war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit dem Ergebnis unzufrieden. Durch das im Vergleich zu einem Fuchsschwanz kleine Sägeblatt, wirken sich selbst kleinste Veränderungen im Winkel umgehend auf die Schnittstelle aus. Jeder Wackler am Griff der Stichsäge erzeugt umgehend eine Welle im Schnittbild. Um dies zu vermeiden, reicht es bereits aus, ein gerades Stück Holz oder noch besser eine Metallstange mit zwei Schraubzwingen parallel der Sägestelle zu befestigen. Nun kannst du die Stichsäge entlang dieses Helfers führen. Veränderungen in der Haltung werden nun weitestgehend abgefangen.

Innenschnitte

Besonders bei Ausschnitten inmitten des Werkstücks spielt die Stichsäge ihre Vorteile aus. Mit einem Bohrer, welcher nur geringfügig größer zu wählen ist, als die Tiefe des Sägeblatts, bohrst du, möglichst nah zur Sägelinie, ein Loch in den auszusägenden Teil. In dieses Loch steckst du nun das Sägeblatt und beginnst mit deinem Schnitt.

Ausrisse an der Schnittkante vermeiden

Um Ausrisse an der Schnittfläche zu minimieren oder gänzlich zu vermeiden gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen sollte das gewählte Sägeblatt, für den jeweiligen Anwendungszweck, so fein wie möglich ausgewählt werden. Feine Zähne trennen logischerweise weniger Material auf einmal auf. In Kombination mit dem richtigen Pendelhub kann sich das Ergebnis hier bereits sehen lassen. Willst du furnierte Materialien sägen, so kann es durchaus Sinn machen die Oberfläche anhand der geplanten Schnittstelle im Vorfeld mit einem Teppichmesser aufzutrennen. Dies nimmt der furnierten Oberseite ihre Spannung und minimiert somit das splittern durch das aufsteigende Sägeblatt. Verfügt deine Stichsäge über eine einstellbare Führung, so sollte diese immer so dicht wie möglich am Blatt anliegen. Dadurch entlastest du das Sägeblatt von seitlichen Kräften was einem Verlaufen des Schnitts sowie seitlichen Ausrissen vorbeugt.

Arbeitsschutz

Wie bei sämtlichen spanenden Werkzeugen ist es auch bei der Stichsäge wichtig, die Augen zu schützen. Ein umherfliegender Splitter oder gar ein abgebrochenes Sägeblatt kann sehr schnell zu schlimmen Verletzungen der Augen führen. Neben dem Tragen der Schutzbrille ist das Aufsetzen eines Gehörschutzes empfehlenswert.

AutorHauke Leweling
Lesezeit6 Minuten

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